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Moers/Kamp-Lintfort
Volkshochschule um Haltung bemüht

Moers/Kamp-Lintfort. Das VHS-Programm für das Herbstsemester 2016/17 ist erschienen. Alle Semester-Highlights - zwei Lesungen und zwei Konzerte - finden in diesem Jahr im Kamp-Lintforter Diesterweg-Forum statt. Von Jürgen Stock

156 Seiten umfasst das neue Semesterprogramm der Volkshochschule Moers-Kamp-Lintfort. Von A wie abstrakte Malerei bis Z wie Zumba bietet die VHS auch in diesem Jahr wieder einen bunten Strauß an Bildung an, den ein Motto zusammenhält: "Haltung". "Damit meinen wir sowohl die Körperhaltung wie etwa bei Yoga oder Pilates, aber auch die geisteshaltung", erläutert Kursleiterin Beate Schieren-Ohl. Die Mehrzahl der Besucher und die Planungsgruppe der Dozenten hätten sich für dieses Motto entschieden. Dabei sei die Rolle der Volkshochschule bei der Integration der vielen Flüchtlinge des vergangenen Jahres ein entscheidender Faktor gewesen.

So befassen sich auch die zwei Lesungen der vier Semester-Highlights, die in diesem Jahr alle im Kamp-Lintforter Diesterweg-Forum zu erleben sind, mit Migrationsgeschichten. Zum einen erzählt der ehemalige Taekwondo-Weltmeister Christian Eloundou von seiner Flucht aus Kamerun und dem anschließenden zehn Jahre dauernden Kampf um die Anerkennung als Asylbewerber in Deutschland (13. Januar), zum anderen tragen Autoren aus der Schreibwerkstatt des Düsseldorfer zakk Geschichten von ihren Erfahrungen mit dem Einwanderungsland Deutschland vor (28. Oktober). Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist dank einer Spende der Volksbank Niederrhein gratis. Internationale Kooperationen sind auch die Klammer für die beiden Konzerte, die die VHS in Zusammenarbeit mit dem Kulturbüro der Stadt Kamp-Lintfort und der Muziek Biennale auf die Beine gestellt hat. Für die Auftritte der litauischen Band In Albedo (8. 9.) und der von türkischstämmigen Kollegen begleiteten deutschen Jazz-Pianistin Julia Kadel müssen Zuhörer sich zuvor allerdings telefonisch anmelden.

Bekanntschaft mit Männern und Frauen der Geschichte, die während des Dritten Reiches und unmittelbar danach Haltung bewiesen haben, können Zuhörer am 15. September auf einer Veranstaltung im Rittersaal des Moerser Schlosses machen. Bernhard Schmidt wird dort vom mühsamen demokratischen Neubeginn in Moers berichten.

Am 20. September wird sich Karl Freudenstein dann mit einem weiteren Thema der Nachkriegszeit befassen: In "Jenseits aller Gipfel" befasst er sich am 20. September mit dem deutsch-französischen Bürger-Engagement, das entschieden dazu beitrug, die historische Feindschaft beider Nationen zu beenden.

Mit einem kaum bekannten Kapitel Moerser Geschichte macht Thomas Ohl am 3. November bekannt. Er referiert über den Hungerwinter 1816/17. Unter anderen bedingt durch den Ausbruch des Vulkans Tambora ein Jahr zuvor kam es im gesamten westlichen Europa zu Missernten. Wer wissen will, welche Folgen das für die Grafschaft hatte, die nach napoleonischer Besatzungszeit gerade erst wieder an Preußen zurückgefallen war, kann dies am 3. November in der Moerser VHS erfahren.

Quelle: RP
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