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Kreis
Voßeler geht für Rheurdt in den Landtag

Kreis. Die CDU-Kandidatin setzt sich im Wahlkreis Kleve 1 klar gegen SPD-Mann Norbert Killewald durch. Von Stefan Gilsbach, Michael Klatt und Sebastian Latzel

Kleve/Rheurdt Der Abend nahm für Margret Voßeler schon früh einen erfreulichen Verlauf. "Bei mir herrscht Hochstimmung, das ist einfach klasse", sagte die CDU-Landtagsabgeordnete aus Issum nach der ersten Hochrechnung. Mit ihrem Ergebnis im südlichen Teil des Kreises Kleve hat sie fünf weitere Jahre im Düsseldorfer Parlament sicher. Der Bürger habe sich sachkundig gemacht und gemerkt, dass die rot-grüne Politik viele getroffen habe, bilanzierte Voßeler und spielte damit auf die Themen Schule, Kita und Inklusion an.

Ein trauriger Abend für die Sozialdemokraten war es gestern auch im Kreis Kleve. "Wir haben verloren, Ausrufezeichen. So kann man das Ergebnis kurz und knapp zusammenfassen", sagte SPD-Kandidat Norbert Killewald aus Kevelaer. "Wir sind mit unseren Themen nicht beim Wähler durchgekommen."

In Rheurdt trafen sich zur Wahlpräsentation im Ratssaal interessierte Bürger und örtliche Vertreter der Parteien. Für die siegreiche CDU strahlten die Ratsmitglieder Gerhard Jakob Theodor Hoeps und Agnes Teilmans: "Das ist viel besser, als wir erwartet haben." Der Ortsvorsitzende Robert Peerenboom hatte sich schon auf den Weg gemacht, um die ersten Wahlplakate mit einer Dankes-Banderole versehen. Ins Rathaus zurückgekehrt, frohlockte er: "Toll, dass unsere Themen wie Bildung und Innere Sicherheit so durchgedrungen sind." Das mache auch einen "kleinen Parteisoldaten" stolz auf seinen Einsatz am Wahlkampfstand. Margret Voßeler konnte als Kandidatin übrigens in Rheurdt rund fünf Prozent mehr Erststimmen als Zweitstimmen für sich gewinnen, nämlich 42,88 im Vergleich zu 37,29 Prozent.

Grund für gute Laune hatten auch Andreas Nielsen und Kay Ehrhardt, der Fraktionschef und der Ortsvorsitzende der FDP. "Ich freue mich wie verrückt, ich hoffe, dieser Trend bleibt bis zur Bundestagswahl", sagte Nielsen. "Die Person Christian Lindners hat ohne Zweifel den Ausschlag gegeben."

SPD-Ratsfrau Heike Bergner dagegen war deutlich geknickt: "Enttäuschend und nicht nachvollziehbar", kommentierte sie das Ergebnis. "Ich habe damit gerechnet, dass es knapp wird - aber nicht damit." Auch Frank Hoffmann, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Grüne in Rheurdt, erklärte, dieses schlechten Ergebnis für seine Partei habe ihn doch überrascht. Sein Erklärungsversuch: "Die grüne Politik ist schlecht rübergekommen." Dabei sei in der Schulpolitik in NRW vieles verbessert worden.

Vergleicht man die Rheurdter Ergebnisse mit denen des gesamten Wahlkreises Kleve 1, zeigt sich, dass SPD und Grüne im Ökodorf etwas besser abgeschnitten haben, was sich eher bei den Erststimmen zeigt. Klaus Kleinenkuhnen, den parteilosen Bürgermeister von Rheurdt, wundert das nicht: "Durch den Zuzug von Pendlern in den vergangenen Jahren haben sich die politischen Mehrheiten verändert." Viele der Neubürger stammen aus den Ballungsgebieten, wo die CDU es traditionell schwerer hat.

Quelle: RP
 
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