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Moers
Wachstumsbremse fürs Dorf bleibt

Moers. Trotz Änderungen im Landesentwicklungsplan wird Schaephuysen sich kaum weiter ausdehnen können - das sehen die neuen Bestimmungen vor.

Der Entwurf des neuen Landesentwicklungsplans (LEP) für NRW hat schon viele Schlagzeilen gemacht. Dabei geht es um Themen wie Garzweiler II, um Windkraft, um regionale Flughäfen. Nicht ganz so spektakulär, aber für einzelne Ortschaften wichtig, sind die geplanten Bestimmungen zur Entwicklung allgemeiner Siedlungsbereiche.

Davon sind Ortschaften betroffen, deren Einwohnerzahl unter 2000 liegt, und dazu zählt auch Schaephuysen. Das bedeutet letztlich, dass Schaephuysen nicht mehr wachsen soll. Der LEP soll nach der Sommerpause in Kraft treten, nachdem der Landtag den Entwurf verabschiedet hat.

"Es bleibt laut dem LEP noch eine Möglichkeit der Wohngebietserweiterung", erklärt Fachbereichsleiter Udo Hövelmans von der Gemeindeverwaltung Rheurdt. "Das wäre der Fall, wenn es um Eigenbedarf von Schaephuysener Bürgern geht." Die neuen Grundstücke dürften dann also nur von Schaephuysenern genutzt werden. Laut Hövelmans ist das allerdings eher eine theoretische als eine wirklich realistische Möglichkeit. "Angenommen, sie haben zehn bis 15 Nachfragen für Grundstücke von Schaephuysenern, das würde sich finanziell nur lohnen, wenn die Infrastruktur mit Versorgungsleitungen schon fertig wäre." Ansonsten müssten mindestens 20 Grundstückinteressenten zusammenkommen, damit sich das Vorhaben am Ende rechne. Das heißt, die Eigenbedarf-Regelung ist eher ein Schönheitspflästerchen als eine echte Option.

Der LEP ist der übergeordnete Plan für den jeweiligen Regionalplan. Der Rheurdter CDU-Politiker Hans Hugo Papen ist Mitglied im Regionalrat Düsseldorf. "Es ist jüngst beschlossen worden, dass der Plan ein zweites Mal offengelegt wird, weil sich noch so viel geändert hat", erläutert Papen. Im Rahmen dieser Offenlage könnten auch die Städte und Gemeinden sich noch einmal äußern. Aber Papen ist skeptisch, dass sich bei der Regelung zu den allgemeinen Siedlungsbereichen noch etwas ändern wird. "Obwohl die Regionalratsfraktionen von CDU und FDP dies kritisiert haben", berichtet er.

Es gibt jedoch für die Rheurdter und Schaephuysener auch etwas Erfreuliches durch die Änderungen in dem Entwurf: Die geplante Vorrangfläche, die theoretisch Windräder auf dem Höhenzug möglich gemacht hätte, ist mittlerweile aus dem Regionalplan herausgenommen worden.

(s-g)
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