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Moers
Walzerkönige halten Hof in Moers

Moers: Walzerkönige halten Hof in Moers
Heiko Matthias Förster mit der Janácek-Philharmonie und den "Niederrhein-Singers". Die Sänger brachten unter anderem den "Deutschmeister-Regimentsmarsch" zu Gehör. Musik aus Alt-Österreich stand im Mittelpunkt des Programms, vor allem Walzer und Polkas des 19. Jahrhunderts. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Das Neujahrskonzert stand im Zeichen der Strauß-Dynastie. Ein gelungener Abend, zu dem nicht nur das Orchester, sondern auch Gäste wie die "Niederrhein Singers" und das Tanzpaar Sabine und Rüdiger Wolters beitrugen. Von Olaf Reifegerste

Das Zeug dazu hätte es - könnte man flapsig sagen. Das Neujahrskonzert kann zu dem gesellschaftlichen Ereignis am Anfang eines jeden Jahres in Moers werden. Die Voraussetzungen stimmen jedenfalls, nimmt man sowohl die letztjährige wie die diesjährige Auflage dafür zum Maßstab: Die Veranstaltung fand musikalisch erneut auf hohem Niveau statt, war kurzweilig und anspruchsvoll zugleich und erfuhr von Seiten der Bevölkerung wie von den Honoratioren der Stadt wiederum großen Zuspruch. Kurzum: Das Moerser Neujahrskonzert ist für alle da, egal ob "nur" zum Sehen und Hören oder auch zum Gesehenwerden.

Komplett ausverkauft - sogar die noch aufgestellten Zusatzstühle waren besetzt - präsentierte sich die Enni-Eventhalle am Neujahrstag, als das gut aufgelegte Orchester der tschechischen Janácek-Philharmonie Ostrava unter der Leitung seines Chefdirigenten Heiko Mathias Förster zum zweiten Mal in der Moerser Stadtgeschichte zu einem fulminanten Neujahrskonzert aufspielte. Dies alles zur großen Freude der Stadt als Veranstalter sowie aller anderen Beteiligten auf und hinter der Bühne, allen voran Konrad Göke als künstlerischem Leiter der Veranstaltung,

Standen beim Debütkonzert 2017 die tschechischen Komponisten wie Smetana und Dvorak gegenüber den österreichischen im Vordergrund, dominierte in diesem Jahr die Wiener Strauß-Dynastie das Musikprogramm. Von Johann Strauß senior über den Sohn Johann Strauß bis zu dessen Brüdern Josef und Eduard reichte das Programm. Auf jeden Fall klug musikdramaturgisch zusammengestellt sowie äußerst informativ und unterhaltend präsentiert, verstand es Förster, in jeder Position, ob dirigierend am Orchesterpult oder moderierend in den Saal hinein, eine gute Figur zu machen.

Die technische Weiterentwicklung der Dampfmaschine zu Beginn des 19. Jahrhunderts und die damit verbundene Möglichkeit der Fortbewegung durch Eisenbahnen hätte alle Komponisten der Familie Strauß begeistert, sagte Förster und erklärte damit zugleich, warum dieses Thema einen Schwerpunkt im diesjährigen Neujahrskonzertprogramm bilde. Vor allem Eduard Strauß, der jüngste Bruder von Johann Strauß Junior, habe rasante Melodien zum Thema Geschwindigkeit komponiert.

Somit standen gleich zwei kurze und schmissige Polka-Kompositionen von ihm auf dem Programm: "Bahn frei!" und "Ohne Aufenthalt". Förster wartete dabei zur Freude des Publikums mit zwei Gags auf: Das erste Stück dirigierte er mit einer Schaffnerkelle, beim zweiten Stück wurde das Pfeifsignal einer Dampflokomotive geblasen.

Neu gegenüber dem Debütkonzert waren auch der zweimalige Auftritt der "Niederrhein-Singers" - ein eigens für das Neujahrskonzert zusammengestellter, rund 30-köpfiger Männerchor -, der Aufbau einer großen Leinwand hinter dem Orchester, auf der der Medienkünstler Robin Eckert passende Filme und Bilder zur Musik einspielte sowie ein Walzerintermezzo des Tanzpaars Sabine und Rüdiger Wolter vom Turnier-Tanz-Club Schwarz-Gold Moers.

Besonders die äußerst agilen "Niederrhein-Singers" hatten es dem Publikum bei ihren Vorträgen "Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht" und dem "Deutschmeister-Regimentsmarsch" angetan. Großer Jubel des Publikums, das es von den Sitzen riss, waren die Folge. Nun müssen sich die Moerser ein Jahr lang gedulden, bis der nächste Jahreswechsel gefeiert werden kann.

Quelle: RP
 
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