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Moers
Wandeltafeln erzählen Oranier-Geschichte

Moers: Wandeltafeln erzählen Oranier-Geschichte
Auf 24 Stellwänden informiert die Ausstellung in deutscher und niederländischer Sprache über die wechselvolle Geschichte der Oranier. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Die Ausstellung im Foyer des Bildungszentrums wurde zum Jubiläum "200 Jahre Königreich Niederlande" konzipiert. Von Anja Katzke

Sie liegen in unterschiedlichen Regionen Deutschlands und den Niederlanden, doch eines haben Moers, Lingen, Nassau, Braunfels und Oranienburg gemeinsam: Sie sind Teil der Oranierroute, die auf einer Gesamtlänge von 3000 Kilometern 22 deutsche und elf niederländische Städte verbindet. Das Besondere: Sie stehen alle in Beziehung zu einem der ältesten Fürstengeschlechter Europas - dem Haus Oranien-Nassau. In einer Wanderausstellung können sich Interessierte seit gestern im Foyer des Moerser Bildungszentrums über die Städte, ihre wechselvolle Geschichte sowie die Spuren informieren, die die Oranier in der jeweiligen Stadt hinterlassen haben. Bürgermeister Christoph Fleischhauer eröffnete gestern die Wanderausstellung, die alle Informationen auf insgesamt 24 Stellwänden zusammenfasst.

Die Präsentation wurde zum Jubiläum "200 Jahre Königreich Niederlande" entwickelt. Konzipiert wurde sie von Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Oranierroute. Premiere feierte sie im Juni 2014 im niederländischen Apeldoorn im Beisein der Prinzessinnen Beatrix und Margriet. Die Stadt Moers ist Gründungsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Oranierroute, die unter Federführung der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Amsterdam vermarktet wird. "Die Ausstellung zeigt, dass wir in Moers eine Vergangenheit haben, die uns mit den Oraniern verbindet", betonte Christoph Fleischhauer einführend. Und diese gemeinsame Vergangenheit strahle in die Gegenwart hinein. "Es gibt die Kooperation, die Oranierroute touristisch voranzutreiben. Aktuell arbeiten wir daran, den Oranier-Radweg umzusetzen", sagte gestern der Bürgermeister.

In welcher Beziehung die heutige Stadt Moers zu den Oraniern steht, daran erinnerte Museumsleiterin Diana Finkele. Die Linie reicht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Gräfin Walburgis von Neuenahr-Moers suchte damals in der Auseinandersetzung mit den Spaniern einen Verbündeten. Und fand ihn in Moritz von Oranien, einem entfernten Verwandten. Ihr Ehemann Adolf hatte die damalige Grafschaft in den Truchsessischen Krieg geführt, musste vor den spanischen Truppen kapitulieren und ins Exil gehen. "Moritz gehörte zu den besten Feldherren seiner Zeit", erläuterte Diana Finkele im Bildungszentrum.

Prinz Moritz von Oranien, den Gräfin Walburgis zum Erben unter Lebenden benannt hatte, befreite die Grafschaft gegen Ende des 16. Jahrhunderts nicht nur von den Spaniern, die Stadt und Schloss elf Jahre lang besetzt gehalten hatten. Er ließ Moers mit Bastionen, Ravelins und einem Hornwerk zu einer der stärksten Befestigungen ihrer Zeit ausbauen, die in Teilen noch heute das Stadtbild prägt und die Grafenstadt touristisch interessant macht. Die Herrschaft der Oranier in Moers dauerte 100 Jahre. Die Grafenstadt blieb von den Kriegswirren, die in ganz Europa herrschten, weitgehend verschont und erlebte eine friedliche Zeit der Blüte. Das änderte sich erst als, Friedrich I., König in Preußen, seine Ansprüche auf Moers geltend machte. www.oranjeroute.nl.

Quelle: RP
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