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Rheurdt
Was tun gegen den Buchsbaumzünzler?

Rheurdt: Was tun gegen den Buchsbaumzünzler?
Cydalima perspectalis, der Buchsbaumzünzler: Seit einigen Jahren treibt der Falter mit der gefräßigen Raupe in Deutschland sein Unwesen, und zwar begünstigt durch ein wärmeres Klima. FOTO: Staschik
Rheurdt. Viele Hobby-Gärtner müssen in diesen Wochen erleben, wie hässliche Raupen ihre Buchsbäume kahlfressen. Der Übeltäter ist ein Insekt aus Asien. Buchs-Fachmann Volker Atrops aus Rheurdt weiß, wie man die Tierchen los wird. Von Stefan Gilsbach

Volker Atrops bekommt in diesen Tagen viele Anfragen von verzweifelten Kunden. "Sie kommen zum Beispiel aus dem Urlaub zurück und sehen entsetzt, dass die Buchsbäume im Garten abgefressen sind." Bei näherer Überprüfung der Gewächse kommen gelb-grüne Raupen zum Vorschein. Es handelt sich um eine Art, die Fachleuten wie Atrops mittlerweile gut vertraut ist: Cydalima perspectalis, der Buchsbaumzünzler.

Seit einigen Jahren treibt der Falter mit der gefräßigen Raupe in Deutschland sein Unwesen, begünstigt durch ein wärmeres Klima. "Die Art breitet sich entlang der Flusstäler aus und wandert den Rhein entlang nach Norden", erzählt der Buchsfachmann aus Rheurdt.

Volker Atrops zeigt befallenen Buchsbaum und die Falter des Buchsbaumzünzlers. Er bekommt in diesen Tagen viele Anfragen von verzweifelten Kunden. FOTO: Marcus

Die Raupen beginnen im Frühjahr ab Temperaturen um zehn Grad zu fressen, bis Mitte Mai wachsen sie auf fünf Zentimeter Länge heran. Pro Jahr kann es zwei bis drei Raupengenerationen geben, das hängt von den Temperaturen ab. Die Eier sind klein und nur schwer zu erkennen. Grüne Krümel, die viele Gartenbesitzer für Eier halten, sind der Kot der Raupen.

Ursprünglich kommt das Insekt aus Asien. In Deutschland stößt es auf Buchsarten, die keine Widerstandskraft gegen den Befall entwickelt haben. Und so kann der Zünzler den Buchs schlimmstenfalls kahl und kaputtfressen. Das allerdings sei nicht immer der Fall, erläutert Experte Atrops. "In der Regel treiben die Pflanzen wieder aus." Überhaupt gebe es keinen Grund, wegen des Zünzlers in Panik zu geraten. "Viele Menschen empfinden die Raupen als abstoßend, aber mit dem Zünzlerbefall ist es wie mit den Kopfläusen - eine eklige Sache, aber behandelbar." Was man nicht machen sollte, ist, die Pflanzen mit Breitband-Insektiziden zu besprühen. "Damit vernichten sie auch Nützlinge und beeinträchtigen unter Umständen Bienenvölker", erläutert Atrops. Außerdem finden Vögel dann weniger Futter, was wiederum deren Bestand beeinträchtigt. Dabei sind viele Vögel im Garten eine natürliche Waffe gegen Raupen und Co. Tatsächlich, sagt Atrops, finde man den Buchsbaumzünzler auffallend oft in Gärten, in denen viel Insektizid versprüht wird.

Die Mittel der Wahl gegen den Buchsbaumzünzler seien Präparate auf der Basis von "Bacillus thuringiensis" (XenTari, Dipel ES und ähnliche). Damit muss der Buchs gründlich bis in die inneren Astbereiche, genässt werden. Die besten Termine für diese Spritzaktion sind Ende April und Ende Juni. "Aber auch jetzt kann man noch spritzen", versichert Atrops. Unterstützend sollte man die Pflanzen mit Gesteinsmehl bestäuben. Damit hat Atrops gute Erfahrungen gemacht. "Das Mehl haftet an den Blättern, es verdirbt den Raupen den Geschmack am Fressen und schädigt ihre Kauwerkzeuge", erläutert der Experte. Inzwischen gibt es in Deutschland auch Buchsbaum-Sorten wie "Herrenhausen", die aus Asien stammen, der Heimat des Zünzlers. Sie sind gegen das Insekt widerstandsfähiger.

Quelle: RP
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