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Moers
Weltklasse-Orchester in der Festivalhalle

Moers: Weltklasse-Orchester in der Festivalhalle
Guido Lohmann (l.) und Stefan Krämer gestern bei der Präsentation des Programms in der Festivalhalle. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Neujahrskonzert der Janácek-Philharmonie in Moers. Die Sponsoren Enni und Volksbank, wollen auch künftig gemeinsam Kultur fördern. Von Jürgen Stock

Mit einem Paukenschlag beginnt das Kulturjahr 2017. Am Neujahrsabend steigt in der Moerser Festivalhalle, deren Kauf die Enni erst am Montag beschlossen hatte, das erste Philharmoniekonzert überhaupt. Mit der Janácek-Philharmonie aus Ostrava wird eines der drei tschechischen Staatsorchester erstmals am Niederrhein gastieren. Den Auftritt des 80-köpfigen "Weltklasse-Ensembles", so der künstlerische Leiter Konrad Göke haben zwei Institutionen gemacht, die bislang jeder für sich erfolgreich in der Kulturförderung unterwegs waren, nun aber enger zusammenrücken werden: Die Enni und die Volksbank Niederrhein.

Die Idee zu dem in Moers bislang einmaligem Projekt wurde erst im Sommer bei einem Treffen von Göke und dem Dirigenten Heiko Mathias Förster geboren. Beide kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Brandenburg, als Förster dort Generalmusikdirektor und Göke Opernregisseur war. "Als ich erfahren habe, dass Försters Janácek-Philharmonie noch einen Termin im September frei hat, habe ich sofort Guido Lohmann, den Vorsitzenden der Volksbank Niederrhein, angerufen. Der hat sofort euphorisch reagiert."

Auch bei Stefan Krämer, dem Geschäftsführer der Enni Energie und Umwelt, rannte Göke offene Türen ein. "Das ist etwas, was der Stadt noch fehlt", sagt Krämer. "Aus meinem Bekanntenkreis sind viele an Neujahr über den Rhein gefahren, um sich in Duisburg oder Essen ein Konzert anzuhören. Das bekommen sie jetzt in Moers geboten."

"Wir handeln aus unserer gesellschaftlichen Verpflichtung heraus", sagte Lohmann, und wollen ein positives Zeichen setzen." Er verwies auf das gestern erstmals vorgestellte Logo, mit dem die Volksbank Niederrhein und die Enni in Zukunft gemeinsam bei kulturellen Veranstaltungen auftreten wollen.

"Gemeinsam wollen wir noch viel erreichen", bekräftigte Krämer. Er verwies dabei auf die gute Zusammenarbeit von Enni und Volksbank bei der Xantener Sommermusik, die einen neuen Besucherrekord gebracht habe. So soll das Neujahrskonzert auf keinen Fall eine Eintagsfliege bleiben.

Dank des finanziellen Engagements der beiden Unternehmen können die 1200 Karten zum Preis von nur 24,50 Euro angeboten werden. "Das ist, als ob man ein Bundesliga-VIP-Ticket für 20 Euro kaufen könnte", sagte Fußball-Fan Lohmann.

Für Göke steht das tschechische Staatsorchester, das 1954 aus einem Rundfunkorchester entstand, auf dem gleichen Niveau wie die Berliner oder Wiener Philharmoniker: "Anders als Orchester im Ruhrgebiet können sie aus dem Stand eine große Brahms- oder Mahler-Symphonie ohne Fremdpersonal spielen." Aufgrund der Erfahrungen während des Moers-Festivals ist der künstlerische Leiter sicher, dass auch die Akustik der Halle dem Riesen-Klangkörper gewachsen ist.

Gemeinsam mit dem Publikum will Förster eine Reise von der Moldau an die Donau unternehmen, musikalisch gesprochen von Smetana bis Johann Strauss. Dazwischen die slawischen Tänze von Dvorak und die ungarischen Tänze von Brahms. Zum Schluss natürlich der Radetzkymarsch. Da darf dann auch Dirk Hohensträter von der veranstaltenden Kultur GmbH mitklatschen: Die ist bei dem Konzert jedes finanziellen Risikos enthoben.

Quelle: RP
 
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