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Moers
Weltpremiere für die Nacht der Geschichte

Moers: Weltpremiere für die Nacht der Geschichte
Organisatoren und Stadtführer waren gestern am Henriette-Denkmal vor dem Schloss für die "Nacht der geschichte". In der hinteren Reihe, Zweiter von rechts: Ideengeber Frank Heinrich. FOTO: pogo
Moers. Am 29. Juli können Gruppen in zwei Rundgängen durch Moers die Historie der Grafenstadt erkunden. Stadtführer und Museumsmitarbeiter empfangen die Gruppen an je fünf "Geschichtsstationen". Anschließend gibt's Musik im Musenhof. Von Josef Pogorzalek

Für Wirtschaftsförderer Jens Heidenreich ist es nicht weniger als eine "Welturaufführung". Denn er habe sich kundig gemacht, und so etwas wie die "Nacht der Geschichte" gebe es sonst nirgendwo. Na, jedenfalls ist die Veranstaltung am Samtsag, 29. Juli, eine Premiere für Moers, und auch das ist ja nicht von Pappe. Wer sich für Kultur und Geschichte interessiert, kann an diesem Abend an Rundgängen durch die Stadt teilnehmen, die zu jeweils fünf "Geschichtsstationen" führen.

Zwei Rundgänge stehen zur Auswahl: Der eine streift den Altmarkt, Neumarkt, das Mahnmal für die Moerser Shoa-Opfer, den Königlichen Hof sowie das Haus Rösgen. Stationen des zweiten Rundgangs sind das Pumpeneck, die Evangelische Kirche, Altes Landratsamt, das Moerser Schloss und das Rosarium. An jeder Station warten teils historisch kostümierte Stadtführer oder ehrenamtliche Mitarbeiter des Schlossmuseums darauf, den Teilnehmern des Rundgangs Interessantes aus der Moerser Vergangenheit zu erzählen. Wie die Geschichte vom "Kirchenkampf" des Jahres 1780, als wegen der neuen Hutmode der Damen den Herren in der Kirche der Blick auf den Prediger versperrt wurde. Entweder sollten die Damensitze niedriger, oder die Herrensitze höher werden, hieß es. Selbst der König soll in den Streit involviert worden sein.

Die Idee für die "Nacht der Geschichte" stammt von Frank Heinrich, Schatzmeister des Grafschafter Museums- und Geschichtsvereins. Als Vereinsmitglied und Privatmann, der bereits stadtgeschichtliche Führungen erlebt hat, ist der Moerser fasziniert davon, sozusagen in die Geschichte vor der eigenen Haustür einzutauchen. "Es gibt viele Leute, die in Meerbeck wohnen und den Schacht IV nicht kennen", hat er zum Beispiel jüngst bei der "Extraschicht" festgestellt. Heinrich konnte nicht nur seine Vereinskollegen, sondern auch die Wirtschaftsförderung der Stadt, das Schlossmuseum sowie die Stadtführer für eine "Nacht der Geschichte" begeistern. "Alle waren Feuer und Flamme", sagte er gestern.

Insgesamt zehn Gruppen mit maximal je 25 Personen können bei der "Nacht der Geschichte" starten. Treffpunkt und Start ist um 19 Uhr am Henriette-Denkmal vor dem Schloss. Karten zum Preis von acht Euro sind ab sofort im Grafschafter Museum (02841 881510) erhältlich. Beim Kartenkauf müssen sich die Interessenten für einen der beiden Rundgänge entscheiden.

Übrigens geht die Sonne in Moers am 29. Juli erst gegen 21.30 Uhr unter, weshalb die "Nacht der Geschichte" bei Tageslicht startet. Nach den Führungen, die gegen 20.30 Uhr enden, dürfen die Teilnehmer dann aber weiter Kultur tanken, bis sich die Dunkelheit über die Grafschaft senkt: Im Musenhof am Schloss wird Marissa Möller singen und Patricia Martin Piano spielen. Die beiden präsentieren laut Ankündigung (Achtung, bitte tief Luft holen!) "divenhafte Songs, vermischt mit poetisch-sehnsüchtigen Seelenkratzern und verfeinert durch Momente fröhlich-tiefgreifender Weltbetrachtung". Mitglieder des Geschichtsvereins versorgen die Gäste derweil mit Speis und Trank. Der Erlös der "Nacht der Geschichte" geht an den Verein. Frank Heinrich: "Zu 100 Prozent für gemeinnützige Zwecke im Sinne der Moerser Geschichte".

Quelle: RP
 
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