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Unsere Woche
Wer den Mund spitzt, muss auch pfeifen

Moers. Bürgermeister Christoph Fleischhauer möchte der Rattenplage Herr werden in der Stadt. Er will das Füttern von Enten und Tauben mit einem Bußgeld belegen lassen, da dieses Nahrungsüberangebot im Schlosspark oder auch am Moersbach im Schatten des Rathauses einfach zu viele Nager am Leben hält. Einen neuen Satzungsentwurf, der das Füttern von Tauben und Enten verbietet und ein Bußgeld beinhaltet, soll dem Rat der Stadt Anfang nächsten Jahres vorliegen. Das Vorhaben zur Rattenbekämpfung mag löblich sein, ändern wird es wohl nichts. Und das Traurige: Das wissen eigentlich alle Beteiligten.

Steht das Verbot mit einem saftigen Bußgeld, steht es erst einmal nur auf dem Papier. Und das ist geduldig, solange das Fütterverbot nicht auch kontrolliert wird. Politessen seien dafür nicht zuständig, da sie bei einem anderen Dezernat beschäftigt seien, heißt es bei der Stadt. Bleiben nur die Mitarbeiter des Ordnungsamtes. Ob die allerdings angesichts ihres ohnehin vollen Aufgabenkatalogs Zeit finden, durch den Schlosspark zu spazieren und Knöllchen an fütternde Omas mit Brotbeuteln zu verteilen, darf mehr als bezweifelt werden. Das werden sie im Zweifelsfall nicht machen und auch gar nicht schaffen. Bleiben die Gäste von Schnellimbissen am Kö, die ihre letzten Happen oft achtlos im Seebereich zurücklassen. Damit der Nager sich nicht mehr guten Appetit wünscht, müsste Überzeugungsarbeit geleistet werden; bei Fastfood-Kunden ebenso wie bei Zeitgenossen, deren falsch verstandenes Mitleid die Nager nährt. Bleibt also eine neue Satzung. Auf dem Papier. Und wohl nur dort, denn greifen würde sie nur, wenn sie konsequent angewandt werden würde. Der Bürgermeister wird das durchsetzen wollen. Nur: Bring's was? uwe.reimann@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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