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Unsere Woche
Werbering, SPD und Tschingderassabumm

Moers. Nach dem "Moerser Herbst" bröckelt der Moerser Werbering. Dirk Elfgen, der sich vor einem Jahr breitschlagen ließ, als Vorsitzender zu kandidieren, ist es nicht gelungen, Einigkeit, Solidarität und Struktur in den zerstrittenen Haufen zu bringen; im Gegenteil. Elfgen kann nur zurücktreten und Platz machen für einen anderen - falls sich noch jemand dieser undankbaren Aufgabe stellen will. Vielleicht beschließen die nicht mehr so zahlreichen Mitglieder aber auch die Auflösung des Werberings. So wie er sich derzeit darstellt, würde ihn niemand vermissen. Es gibt eine professionelle Moers Marketing, es gibt eine Immobilien- und Standortgemeinschaft, es gibt einige rege Geschäftsinhaber. Sie können ganz sicher auch ohne Werbering viel für die Moerser Innenstadt stemmen.

Verwundert hat in der vergangenen Woche die Kritik der Moerser SPD daran, dass die neue CDU/FDP-Landesregierung Bundesmittel für die Integration von Flüchtlingen nicht an die Kommunen weiterleite. Es ist richtig und angebracht, zu kritisieren, wenn CDU und FDP Wahlversprechen nicht einhalten. Aber erstens hat die Landesregierung bisher nur einen Nachtragshaushalt vorgelegt. Und zweitens hat schon die rot-grüne Landesregierung die Integrationspauschale nicht weitergeleitet. Jahrelang haben die Sozialdemokraten die Kritik daran an sich abperlen lassen. Nun werfen sie der neuen Landesregierung vor, die Kommunen im Regen stehen zu lassen. Ein starkes Stück. Wenn das die Art und Weise ist, wie die gebeutelte SPD Anhänger gewinnen will, dann gute Nacht!

Zu denken gab auch die eher beiläufige Nachricht, dass der Deutschmeister-Regimentsmarsch im Moerser Neujahrskonzert gesungen und gespielt wird. Das ist ein an sich wunderbares Stück Musik. Allerdings wurde es zu dem einzigen Zweck geschrieben, das ach so schöne, lose Soldatenleben, den Tod für Kaiser und Vaterland und den Krieg zu verherrlichen. Der originale Text ist unsäglich. Ich finde, wir sollten dies im Hinterkopf behalten, wenn wir uns an den schmissigen Marschrhythmen erfreuen. Auch ich kann mich der Kraft dieser Musik nicht entziehen. Wie gut, dass wir mit ihr nur ins neue Jahr, und nicht ins Feld marschieren. In diesem Sinne: Ein schönes Wochenende!

josef.pogorzalek@rheinische-post.de

Quelle: RP
 
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