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Moers
Weygoldstraße: Röhre contra Neubau

Moers: Weygoldstraße: Röhre contra Neubau
Da wo nun Garagen sind, soll bald ein Neubau mit sechs Eigentumswohnungen entstehen. Gleich daneben liegt die Veranstaltungskneipe "Die Röhre." FOTO: Dieker
Moers. Gleich neben der Veranstaltungskneipe "Die Röhre" wird ein Wohnhaus mit sechs Parteien gebaut. Inhaber Claudius Albustin ist besorgt: Er fürchtet, dass sich Lärmbeschwerden häufen und sie das "Aus" des Kultlokals bedeuten. Von Natalie Urbig

Ein Bauprojekt versetzt den Röhren-Inhaber Claudius Albustin in Sorge: Neben der Moerser Kultkneipe soll nun ein Mehrfamilienhaus mit sechs Eigentumswohnungen entstehen: "da sind die Lärm-Beschwerden doch vorprogrammiert", so die Befürchtung des Inhabers.

Im nächsten Jahr feiert die Röhre ihr 50-jähriges Jubiläum. Tagsüber ist sie als Café geöffnet, abends - zumeist am Wochenende - wird sie zu einer Veranstaltungskneipe mit Konzerten, Lesungen oder Partys. "Da herrscht dann auch ein höherer Geräuschepegel", so Albustin. Mit Rohrschalldämpfern und Matten werde bereits versucht, ihn abzusenken. Hinzu komme aber, dass sich die Gäste seit dem Rauchverbot auch draußen aufhalten. "Wir bestellen sogar extra Personal, das vor der Tür für Ruhe sorgt." Doch, wenn die Gäste auf die Straße ausweichen, habe es kein Recht mehr einzugreifen. Beschwerden gebe es jetzt schon, denn auch andere Wohnhäuser liegen in der Nähe der Röhre. Nun soll ein Neubau gleich nebenan entstehen: Die Wohnungen werden zwischen 91 bis 100 Quadratmeter groß, jeweils zwei Wohneinheiten liegen auf einer Etage, sie haben einen Balkon oder, wenn sie im Erdgeschoss liegen, einen Garten. Lichtdurchflutete Räume, Aufzüge in allen Etagen, moderne Heiztechnik und zum Teil Barrierefreiheit, verspricht das Baustellenplakat an der Weygoldstraße. Zwischen 300.000 und 330.000 Euro werden die Eigentumswohnungen kosten, erzählt Sebastian Lemke von der Volksbank Niederrhein, die sich um den Vertrieb kümmert.

Diese hochwertigen Eigentumswohnungen, so die Sorge des Röhren-Inhabers, werden ein bestimmtes Klientel anziehen. "Ich befürchte, dass dann massive Beschwerden wegen Lärmbelästigung kommen."

Von einem anderen Gastronom wisse er, dass es kaum eine Kneipe gebe, die noch keinen Ärger wegen Lärmbelästigung hatte. "Im schlimmsten Fall könnte ich die Konzession verlieren oder es gibt Auflagen, die verhindern, dass die Röhre so wie sie seit bald 50 Jahren existiert, nicht fortbestehen kann", sagt er und betont: "Wir leben von unseren Veranstaltungen." Der Bauherr ist die P&S Projektierungs GmbH. Das Wohnhaus sei mit einer Dreifachverglasung, einer Isolierung und Klinker ausgestattet, sagt Hans-Jürgen Pulina.

Durch das Bauprojekt werde sich nichts an den rechtlichen Rahmenbedingungen ändern, sagt Stadtsprecher Klaus Janzcyk, "den Rest werden wir abwarten müssen." Um Spannungen zwischen Gastronomie und Anwohner zu vermeiden, empfiehlt er Zuzüglern, sich vor dem Erwerb eines Eigentums, die Umgebung anzusehen. Noch in diesem Jahr soll mit dem Bau begonnen werden, fertiggestellt wird er in 2018. Bisher ziehe das hochwertige Wohngebäude viele Interessenten an: Drei Reservierungen gäbe es schon, erzählt Lemke, Interessenten können sich trotzdem noch melden. Währenddessen hofft Albustin auf verständnisvolle Nachbarn, die wissen, dass es auch mal etwas lauter werden könne, wenn sie in Innenstadtnähe ziehen. "Kultur will jeder haben, nur die Nebenwirkungen nicht", sagt er.

Quelle: RP
 
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