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Moers
Wie können Unternehmen Flüchtlinge integrieren ?

Moers. IHK befragt 245 Unternehmen in der Region: Zwei Drittel können sich vorstellen, Flüchtlinge zu beschäftigen.

Das Ergebnis der aktuellen IHK-Umfrage besagt, dass viele Unternehmer dazu bereit sind, Flüchtlinge zu integrieren. 245 Betriebe verschiedener Branchen und Größen aus der Region wurden befragt.

Zwei Drittel der Befragten können sich vorstellen Flüchtlingen, ein Praktikum, eine Ausbildung oder eine Beschäftigung anzubieten. Laut der Umfrage ist den Unternehmern dabei besonders wichtig, "dass der Aufenthaltsstatus geklärt ist, aber auch, dass die Geflüchteten motiviert sind und sehr gute bis gute Deutschkenntnisse haben".

Noch in diesem Jahr wollen die Unternehmer aktiv werden "und mindestens eine Person - oftmals sogar mehrere - durch ein Praktikum qualifizieren (80 Prozent), in Ausbildung nehmen (60 Prozent) oder beschäftigen (50 Prozent)". Wichtig seien auch "theorieentlastete Ausbildungsberufe, die assistierte Ausbildung oder eine Einstiegsqualifizierung", da sie "geeignete Instrumente für eine zügige berufliche Integration" sind.

Der Emmericher Unternehmer Wim Abbing, Geschäftsführer der Probat Werke, empfiehlt "Sprachkurse, die Mitarbeiter aus den einzelnen Unternehmen geben", sowie Praktika die Unternehmen anbieten, "also ganz handfeste, praktische Arbeit in den Unternehmen", wie er sagt

Aus der Umfrage wird aber ebenfalls deutlich, dass viele Unternehmen verunsichert sind, da es zahlreiche Hemmnisse für eine schnelle Integration gebe. Beispiele dafür seien die "undurchschaubare Rechtslage", "die sehr komplexen und langwierigen bürokratischen Verfahren" und "die Unsicherheit über das Qualifikationsniveau der Flüchtlinge", erklärten die Unternehmen.

Die Niederrheinische IHK unterstützt die Unternehmen bei diesen Herausforderungen. Dafür hat die IHK ein Sofortprogramm für Unternehmen entwickelt. Darin enthalten ist zum Beispiel ein Leitfaden für die Beschäftigung von Flüchtlingen, in dem Fragen wie "Dürfen Flüchtlinge einer Beschäftigung in der Bundesrepublik nachgehen ?" oder "Gibt es Förderungsmöglichkeiten bei der Beschäftigung von Flüchtlingen ?" beantwortet werden.

Ebenfalls enthalten im IHK-Sofortprogramm ist die Vermittlung von Ausbildungsplätzen, bei der die IHK, Praktikums- und Ausbildungsplätze zwischen Betrieben und Schülern vermittelt. Außerdem setzen die Industrie- und Handelskammern zukünftig "Willkommenslotsen" ein, um Unternehmen gezielt und individuell zu unterstützen und Fragen zu klären wie "Wer kommt für eine Arbeitsaufnahme oder Berufsausbildung infrage?" oder "welche Formalitäten zu klären sind".

Ansprechpartnerin zum Thema Flüchtlinge und Integration bei der Niederrheinischen IHK ist Nadine Deutschmann, 0203 2821-289, E-Mail deutschmann@niederrhein.ihk.de

Quelle: RP
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