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„Schändung“ oder „sinnvolle Verschönerung“?
Wirbel um Plakate der Linken an Gefallenen-Denkmal

„Schändung“ oder „sinnvolle Verschönerung“?: Wirbel um Plakate der Linken an Gefallenen-Denkmal
Umstrittene Parteiwerbung: In den Nischen, in den früher Tafeln mit den Namen von gefallenen Soldaten waren, kleben Plakate der Linken. FOTO: andre verfürth
Moers. Umstrittene Parteiwerbung hat für Diskussionen in Moers gesorgt. An einem Denkmal für Gefallene der Kriege klebten Plakate der Linke. Orts- und Kreisverband der Linken distanzieren sich. Von Josef Pogorzalek

 "Bombengeschäfte verbieten" steht auf einem Plakat, "Bomben schaffen keinen Frieden" auf dem anderen. Insgesamt sechs davon kleben am Denkmal für die Gefallenen der Kriege in Moers-Asberg. Vielmehr: klebten.Der Linken-Ortsverband hat sie in der Nacht auf Donnerstag entfernt, nachdem sie bei der Jahreshauptversammlung der Bürgergemeinschaft Asberg für Aufregung gesorgt hatten. Andre Verfürth, Wirt des Vereinslokals Haus Engeln, postete danach ein Foto des beklebten Mahnmals bei Facebook. Dort wird jetzt diskutiert. Von einer "Schändung" ist die Rede, während zum Beispiel Peter Federl vom Linken-Kreisvorstand von einer "sinnvollen Verschönerung" spricht.

Im Landtagswahlkampf haben die Linken die Plakate offiziell nicht eingesetzt. Es handle sich um Themenplakate der Bundespartei. Wie lange sie am Ehrenmal hingen, ist unklar. Gabi Kaenders, Ratsmitglied der Linken, vermutete Donnerstag, dass sie in dieser Woche geklebt wurden. "Die wären sonst früher aufgefallen." Das bisher von Grün umwucherte Denkmal ist jetzt freigeschnitten. Die Stadt will das aus den 20 Jahren stammende Bauwerk sanieren. Ein Kreis um Pfarrerin Martje Mechels möchte das Ehrenmal neu gestalten und zu einem Ort der Erinnerung machen.

Kaenders befürwortet die Aussagen der Plakate. Sie am Ehrenmal anzubringen, sei aber falsch. Das Gedenken an die Gefallenen sei wichtig. "Da bin ich konservativ." Auch Ortsverbands-Sprecherin Karin Pohl zeigte sich entsetzt: "Ich bin außer mir. Diese Leute haben sich aufgeopfert." Sascha Wagner, Kreissprecher und Landesgeschäftsführer der Linken, versicherte, dass es sich um keine Partei-Aktion gehandelt habe. "Ich vermute, dass man uns einen bösen Streich spielen will." Beide Plakate sind im Onlineshop der Linken für einen Euro, beziehungsweise 50 Cent erhältlich,

 
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