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Serie Hier Bedient Der Chef Noch Selbst
Wo selbst ein Bundespräsident einkaufte

Serie Hier Bedient Der Chef Noch Selbst: Wo selbst ein Bundespräsident einkaufte
Gunda Lippert führt das Maßatelier Reeker in vierter Generation. Ihr Ziel: "Mit dem steten Wandel Schritt halten." FOTO: Klaus Dieker
Moers. Gunda Lippert hat sich der Mode verschrieben. Im Jahre 2002 übernahm sie das Maßatelier Reeker. Das Unternehmen galt und gilt immer noch als eine der renommiertesten Herrenschneidereien in Deutschland. 2010 feierte es sein 100-jähriges Bestehen. Von Hedi Meinecke

Die 49-Jährige sieht sich heute in der Verantwortung, es im Sinne seiner Gründerväter weiter zu führen und seine Individualität zu erhalten. "Für mich etwas Besonderes und vor allem eine Herausforderung", sagt die Fashion-Anhängerin. Dazu zähle aber auch eine modische Ergänzung und Erweiterung. "Meine Idee war es lange schon, Maßanfertigung mit schicker Damen-Konfektion zu ergänzen." Die Präsentation der modernen und bunten Kollektionen bei den Messen habe sie stets fasziniert, erzählt sie. Und diesen Traum hat sie sich jetzt erfüllt - sie wagte das Experiment. Und ihre Erfahrung: "Die Konfektion in Verbindung mit Maßgeschneidertem war eine meiner besten Entscheidungen."

Und das Angebot ist breit gefächert. Designer-Mode aus Italien, Frankreich, Österreich, England und auch aus deutschen Landen gehört dazu: Shirts, Blusen, Hosen, Röcke und Strickjacken in allen nur erdenklichen Farben und Formen. Die gesamte Palette bietet die Unternehmerin heute in den über zwei Etagen gediegen gestalteten Geschäftsräumen an der Neustraße 28 an.

Gunda Lippert führt das traditionsreiche Haus in der vierten Generation. Nach dem Abitur kam sie 1986 als Lehrling in den Betrieb, schnell fiel ihr Talent auf, sie machte die Meisterprüfung und beschäftigt heute als Chefin fünf Schneiderinnen und zwei Azubis. Zu der Maßanfertigung bietet sie neben der Damen- auch Herrenkonfektion in höchster Qualität an: Anzüge von Dressler, Jacken von Bogner, Hosen von Hiltel, Pullover von Gran Sasso oder Hemden von van Laak.

"Unsere Kunden kommen aus ganz Deutschland, sie kommen aus Hamburg und München", verrät Lippert. Fernsehgrößen waren darunter, auch Bundespräsident Johannes Rau ließ sich bei Reeker einkleiden. Zahlreiche Goldmedaillen, die das Unternehmen auf nationalen und internationalen Kongressen gewann, zeugen von handwerklicher Spitzenleistung. "Diese Anerkennungen bekommen wir allerdings nicht geschenkt", so die Schneidermeisterin. "Mit dem steten Wandel Schritt zu halten, ist für uns auch immer wieder verbunden mit neuen Aufgaben."Bereits in den 50er Jahren beteiligte sich der Handwerksbetrieb an Landes- und Bundeswettbewerben, und 1957 eröffnete die Reeker-Familie im eigenen Haus in Hülsdonk das erste große Atelier. 1961 stieg dann nach Vater und Großvater Heinz Reeker in das Unternehmen ein, absolvierte nach der Lehre die Modeschule in München und übernahm 1970 das väterliche Erbe. Seit 1976 schließlich hat das Atelier sein Domizil in der Neustraße.

Quelle: RP
 
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