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Moers
Wohin zieht Kita "Kleine Allee"?

Moers: Wohin zieht Kita "Kleine Allee"?
Für die evangelische Kita an der Kleinen Allee wird ein neuer Standort gesucht. FOTO: Klaus Dieker
Moers. Wie in dieser Woche bekannt wurde, hat die evangelische Kirchenkreis seine Grundstücke an der Gabelsberger Straße bereits an einen Investor verkauft. Der will dort einen Kindergarten bauen. Von Jürgen Stock

Wo werden Moerser Kinder in der Innenstadt in Zukunft in den Kindergarten gehen? Diese Frage ist seit kurzem wieder offen. Wie unsere Redaktion auf Anfrage erfuhr, gibt es im Rathaus seit kurzem neue Überlegungen über mögliche Standorte. Demnach könnte ein dreigruppiger Kindergarten Im Moerser Feld entstehen, ein weiterer an der Gabelsberger Straße auf dem Gelände, auf dem bis vor wenigen Tagen die Verwaltung des Kirchenkreises ihre Büros hatte. Das Grundstück ist samt Immobilien bereits an einen Investor verkauft worden.

Dabei hatte es im November noch den Anschein, als hätten SPD und CDU im Rat nach dreieinhalbjähriger Suche endlich eine Lösung für den Neubau einer dringend benötigten Innenstadt-Kita gefunden. Laut Ratsbeschluss sollte auf dem Gelände der ehemaligen Fechthalle an der Mühlenstraße eine neue Kindertagesstätte gebaut werden. Die Kita sollte sowohl als Ersatz für die dreigruppige Einrichtung der evangelischen Kirchengemeinde an der Kleinen Allee dienen als auch die zu erwartende Versorgungslücke im Innenstadtbereich schließen. Die Verwaltung schätzt den Kindergartenplatz-Bedarf für die Innenstadt auf sechs bis sieben Gruppen. Vor allem die Grünen und die FDP hatten sich für eine Nutzung des denkmalgeschützten Weißen Hauses als Alternative stark gemacht, doch hatten Untersuchungen der Verwaltung ergeben, dass diese Lösung nicht zu finanzieren gewesen wäre und wahrscheinlich auch die Denkmalschützer auf den Plan gerufen hätte.

Die evangelische Kirchengemeinde will die Kita an der Kleinen Allee schließen, weil das Gebäude baufällig ist und eine Sanierung sich nicht lohnt. Das Grundstück soll gemeinsam mit dem benachbarten Tersteegenhaus verkauft werden, um das Loch im Haushalt der Gemeinde zu stopfen. Die Gemeinde war unter anderem auch durch die unerwartet aufwendige Sanierung der Stadtkirche in finanzielle Bedrängnis geraten. Sie ist deshalb darauf angewiesen, dass in der Grundstücksfrage so schnell wie möglich eine Entscheidung fällt. Das Projekt Mühlenstraße hätte vor allem den Nachteil, dass dafür der Bebauungsplan geändert werden müsste. Das aber kostet Zeit. "Die Lösung, mit einem Investor zu arbeiten lässt sich vermutlich zeitnäher realisieren", sagt Torsten Maes, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde.

Theoretisch denkbar wäre auch eine Lösung mit einer kleineren Kita an der Mühlenstraße und eine an der Gabelsberger Straße oder im Moerser Feld. "Wir favorisieren derzeit eine Lösung ohne die Mühlenstraße", berichtet Thorsten Schröder, Sprecher der Stadt Moers auf Anfrage. Er verweist auf das Parkraumkonzept der Stadt, das in diesem Sommer vorgelegt werden soll und möglicherweise in Konflikt zu den Kindergartenplänen auf den Parkflächen stehen könnte.

Ob die Gemeinde wieder Träger wird, ist offen. Maes: "Das geht nur mit einer Vollfinanzierung."

Quelle: RP
 
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