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Nettetal
100 Jahre Liebe, Stolz und Heimatgefühl

Nettetal. Der SuS Schaag feiert seinen 100. Geburtstag. Neben dem Sport sind Heimatliebe und Kameradschaft die treibenden Kräfte. Ehrenpräsident Willy Horn fand als Jugendlicher zum Verein und ist noch immer mit ganzem Herzen dabei Von Inge von den Bruck

"Meine Heimat - Mein Verein", so steht es auf der Homepage des SuS Schaag geschrieben. Und jetzt feiert der Verein diese Heimatverbundenheit zusammen mit seinem 100. Geburtstag. Tatsächlich verbinden die Schaager mit SuS Liebe, Stolz und eben auch Heimat - nicht nur im sportlichen Sinn. Heute zählt der Verein mehr als 700 Mitglieder, die sich nicht nur dem Fußball widmen.

Hier trifft man sich mit Freunden, Gleichgesinnten, hier im Sportverein wird nicht nur das gemeinsame Hobby geteilt, hier wird miteinander die Freizeit verbracht.

Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts sind viele Freundschaften entstanden, sogar Liebschaften haben sich entwickelt. Schon in den Kriegswirren stellten die Schaager eine Mannschaft auf die Beine, die den sportlichen Gedanken mit dem Heimatgefühl verband. Mit großem Optimismus wurde im Jahre 1916 die Neugründung eines Fußballclubs in die Wege geleitet. Die ersten Spiele wurden jeweils direkt nach den Weltkriegen ausgetragen. Die Straßen in Schaag waren in den Zeiten, als der SuS um die Niederrheinmeisterschaft spielte, wie leer gefegt. Schaag wurde damals sogar im Radio erwähnt.

Willy Horn war da zwar noch nicht dabei, der gebürtige Essener spielte zunächst in der Jugendmannschaft. Später wurde er in den unteren Mannschaften eingesetzt. Ab und zu durfte er dann aber auch in der ersten Mannschaft spielen, wie er heute noch stolz erzählt. "Das Toreschießen habe ich aber anderen überlassen", sagt der heute 85-Jährige, er wurde eher als "Mittelläufer" eingesetzt. "Früher sind wir mit dem Fahrrad zu Auswärtsspielen gefahren, wer hatte damals schon ein Auto?", fragt er. "Wir mussten bis nach Amern, das war für uns schon weit weg", fügt er hinzu. Mit 30 Jahren rückte Willy Horn in die Alt-Herrenmannschaft auf. "Ich habe die Alt-Herren-Abteilung damals reaktiviert und war jahrelang deren Vorsitzender", sagt er. Dafür wurde er später zum Ehrenvorsitzenden der Alt-Herren-Riege ernannt. Sie seien eine schöne Truppe gewesen, Kameradschaft wurde groß geschrieben.

"Mit einem Bus sind wir jährlich zur Mosel, zum Rhein und an die Ahr gefahren, diese Touren waren Spitze", erinnert er sich. In Schaag habe er eine Arbeitsstelle in einer Schreinerei, seine Ehefrau und viele Kameraden gefunden. "Das war halt so, Freunde fand man im Verein - Schaag und der SuS waren meine Heimat", sagt er. An große persönliche sportliche Erfolge kann er sich nicht erinnern, dafür erinnert er sich an die vielen Freunde. "Doch die Reihen lichten sich, aber das ist der Lebensweg", sagt er traurig. Wenn es seine Gesundheit erlaubt, besucht er immer montags seine alten Freunde auf dem Friedhof. "Das möchte ich auch", beteuert er.

Doch nicht nur Fußball wurde in Schaag gespielt, im April 1965 wurde eine Damen-Turnabteilung gegründet, später kamen Shaolin-Karateka hinzu. Schließlich gründete sich auch noch die Beachvolleyball-Abteilung. So entwickelte sich der SuS nach und nach zu einem Breitensportverein.

Willy Horn ist auch heute noch auf dem Fußballplatz an der Kindterstraße zu finden. Er verpasst nur wenige Spiele "seines" SuS. Und natürlich wird er auch beim Jubiläum dabei sein, denn "wenn SuS ruft, dann komme ich".

Quelle: RP
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