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Nettetal
200 Flüchtlinge werden der Stadt bald neu zugewiesen

Nettetal. Noch lassen sich Plätze schaffen, doch langfristig fehlt bezahlbarer Wohnraum für anerkannte Asylbewerber Von Joachim Burghardt

Die große Flüchtlingswelle ist abgeebbt, so scheint es - ein Trugschluss: "Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit kommen 1500 Flüchtlinge pro Woche nach Nordrhein-Westfalen", berichtet Bürgermeister Christian Wagner (CDU). Das habe Auswirklungen auf Nettetal, wie Wagner im Ausschuss für soziale Angelegenheiten erklärte.

Denn ab Dezember würden der Stadt wöchentlich 25 weitere Flüchtlinge zugewiesen, insgesamt wohl 200. Und die müssten angemessen auf die "Quartiere mit humanitärem Standard" verteilt werden - eine Herausforderung für die Stadtverwaltung. "Wir wissen überhaupt nicht, wer da kommt, aus welchen Ländern, und wie viele Familien darunter sind", stellte Ina-Prümen-Schmitz klar. Die Leiterin des Fachbereichs Soziales skizzierte damit ein Problem, das man jeweils spontan und schnell lösen muss, ist doch nicht jede Unterkunft für Familien geeignet; zudem will man vermeiden, dass viele Menschen aus nur einem Herkunftsland in einer Unterkunft leben. Dennoch werde man den neuen Zustrom durchaus organisieren können - kurzfristig zumindest.

Von den derzeit 453 Flüchtlingen, darunter 330 im laufenden Asylverfahren oder geduldet, sind 74 in Privatwohnungen untergebracht. 357 wohnen in Gemeinschaftsunterkünften, deren Kapazität kann auf 565 erhöht werden. Beispielsweise kommen in der noch recht neuen Unterkunft Leutherheider laut Prümen-Schmitz durch weiteren Innenausbau zu derrzeit 14 Plätzen 15 weitere hinzu. Ferner entsteht, ein anderes Beispiel, am Lötscher Weg zurzeit Platz für 80 Personen. Die neuen Zuweisungen lassen sich also, teilte die Verwaltung mit, durchaus bewältigen, zumal man laut Wagner durch Gespräche mit der Bezirksregierung wohl höhere Quoten für Nettetal abwenden konnte. Langfristig indes ergibt ein grundsätzliches Problem. Wagner: "Was wir brauchen, ist sozialer Wohnungsbau." Denn ein Flüchtling, dessen Asylantrag anerkannt wird, sollte nicht mehr in einer Gemeinschaftsunterkunft wohnen, muss aber ab Dezember nach der dann geltenden Residenzpflicht in Nettetal bleiben. Er findet kaum eine kleine und bezahlbare Wohnung - wie so mancher Alleinstehende, Senior oder Bürger mit geringem Einkommen. "Neuen Wohnraum zu schaffen hat Priorität", hob deshalb Wagner hervor. In die Überlegungen beziehe man Wohnungsbaugesellschaften ein und setze auch auf Privatvermieter.

Quelle: RP
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