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Nettetal
50 älteren Weiden die Köpfe gestutzt

Nettetal. Ein Ortstermin der besonderen Art: Mitglieder des Ausschusses für Umwelt- und Klimaschutz fanden sich Samstagmorgen mit der Arbeitsgemeinschaft für Biotopschutz im Kreis Viersen an der Schulstraße/ Ecke Schmaxbruch zusammen. Nicht reden – handeln, lautete die Devise. 50 ältere Kopfweiden mussten beschnitten werden. Mit der aktiven Hilfe wollte der Ausschuss jenseits von Diskussionen um Zuschüsse für Nettetaler Naturschutzeinrichtungen die besondere Wertschätzung des ehrenamtlichen Natur- und Landschaftsschutzes in der Seenstadt zum Ausdruck bringen. Ausschussvorsitzender Guido Gahlings: "Ohne den unermüdlichen Einsatz vieler Ehrenamtler wäre die natürliche Lebensumwelt in unserer Seenstadt um ein vielfaches ärmer."

Gemeinsame Aktion früher üblich

Mit der gemeinsamen Kopfweiden-Pflege könnte eine Tradition wieder aufleben: Früher war es üblich, dass sich die Bürgermeister der Stadt, der Landrat und Ratsmitglieder zur gemeinsamen Kopfweiden-Pflegeaktion zusammenfanden. Bei Weiden außerhalb der Kopfweidenwälder ist je nach Standort nach spätestens fünf bis sieben Jahren ein Schnitt fällig, sonst würden die Äste zu stark und der Stamm unter der Last auseinanderbrechen. Am Landschaftshof Baerlo gibt es einen neu angelegten Kopfweidenwald mit 500 Weiden, die jedes Jahr von Schulklassen und Jugendlichen des Berufsbildungswerkes Amern beschnitten werden. So gibt es in Nettetal wieder bedeutende Vorkommen der Kopfweiden, die besonders am Niederrhein zu den prägenden Elementen der Kulturlandschaft gehören.

Unseren Vorfahren haben die Kopfweiden auf vielerlei Art gedient: Sie nutzten beim Befestigen von Ufern, beim Einrahmen von Teichen, als Grenzmarkierung oder zum Gliedern von Siedlungsbereichen. Die Äste gaben gute Stiele für Gartengerät her, das Holz der Stämme heizte Backöfen an, aus den Zweigen flochten geschickte Hände Körbe, Tabletts oder Zäune.

Beim Pflegeprojekt in Breyell ging es darum, das geschnittene Kopfholz zu schreddern und einzelne Kopfweiden nachzupflanzen. Der Weidenmulch konnte für den eigenen Garten kostenlos mitgenommen werden, den überschüssigen Rest verwendet der Landschaftshof Baerlo. Nach getaner Arbeit hatten sich alle Beteiligten ein Grünkohlessen redlich verdient.

Quelle: RP
 
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