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Nettetal
Ab Dezember gibt es in Leuth keine Briefmarken mehr

Nettetal. Die Herren von der "gelben" Post schickten nicht den Briefträger vor, sondern übergaben, "weil wir zwölf Jahre lang gut zusammengearbeitet haben", den Einschreibebrief persönlich. Sein Inhalt: Kündigung der Poststelle in der Bäckerei Dückers zum 30. November 2015. Der Betrieb dieser "Interimsfiliale" habe sich "nicht gerechnet und gelohnt", begründet Postsprecher Rainer Ernzer (Düsseldorf) die Kündigung. Es sei dort mit "den wenigen Kunden nicht so gelaufen, wie es sein müsste".

Neben dem wirtschaftlichen Argument wird auch eine Vorschrift aus dem Postgesetz angeführt. Die Post braucht in Orten unter 2000 Einwohnern keine Filialen vorzuhalten. Steige die Einwohnerzahl wieder über diese Marke, "sind wir auch wieder da", sagte Ernzer, de darauf hinwies, dass es sich in Leuth ohnehin nicht um eine Poststelle mit vollem Angebot gehandelt habe. Vorgegeben war lediglich eine Öffnungszeit von 80 Minuten am Tag. Wenn darüber hinaus Postdienstleistungen erhältlich waren, dann sei dies "ein Entgegenkommen des Ladeninhabers gewesen".

Ortsvorsteher Heinz-Robert Reiners bedauert die Entscheidung der Post, da sie den Bestrebungen der Politik, das Leben auf dem Lande attraktiv zu halten, zuwiderlaufe. Das sei unverständlich, da der Bund bei der Post immer noch der größte Einzelaktionär ist.

Der Hinweis auf die 2000-Einwohner-Marke sollte seiner Meinung nach die örtliche Politik anhalten, alles für eine schnelle Realisierung des Baugebietes "Südlich Hampoel" zu tun.

(mm)
 
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