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Nettetal
Ärger über Vandalen und finstere Ecken

Nettetal: Ärger über Vandalen und finstere Ecken
Helmut Schatten, Hotelinhaber und stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft, sieht in der Fußgängerzone Handlungsbedarf. FOTO: D. Buschkamp
Nettetal. "Niemand traut sich allein in die finstere Passage", sagt Helmut Schatten, Chef eines unweit gelegenen Hotels. Immer wieder fallen ihm Vandalismus und versuchte Diebstähle auf. Von Daniela Buschkamp

Helmut Schatten, Besitzer vom "Hotel Stadt Lobberich" in der Fußgängerzone und stellvertretender Vorsitzender des Werberings, ist ein gestandener Mann. Doch durch die dunkle, verwinkelte Brockerhof-Passage würde er am Abend oder in der Nacht dennoch nicht alleine gehen. Seine Einschätzung: "Da traut sich keiner mehr rein oder raus. Erst recht nicht als Frau." Bei der NetteRunde, zu der die Stadtverwaltung jetzt nach Lobberich eingeladen hatte, erntete Schatten für diese Feststellung spontane Zustimmung. Was ihm ebenfalls negativ aufgefallen ist: Schon oft seien die Blumenkübel an seinem Hotel zerstört oder auch Fensterscheiben demoliert worden, außerdem habe es mehrfach Fahrraddiebstähle gegeben. Helmut Schatten meint: "Es muss etwas geschehen." Die Kunden und Passanten sollten sich auch am Abend sicher fühlen können.

Bei der Stadt Nettetal ist die Problematik der Brockerhof-Passage bekannt, wie Rathaussprecher Jan van der Velden auf Nachfrage bestätigt. Das Ordnungsamt sei regelmäßig vor Ort und führe dort Kontrollen durch. In der verwinkelten Passage gibt es kleine Lokale und Spielcasinos. Wie Klaus Ossmann, Leiter des städtischen Ordnungsamts, in der jüngsten Sitzung im Ausschuss für öffentliche Sicherheit bestätigt, habe eines dieser Etablissements jüngst geschlossen werden müssen.

Dass die Lobbericher Fußgängerzone ein beliebtes Ziel für Diebe ist, kann Werner Stumm bestätigen. Der 70-Jährige ist Inhaber des Eckhauses an der Von-Bocholtz-Straße und führt dort den Juwelier Andrae. "Ich habe vier Filialen in ganz NRW. Doch in keine wird so oft eingebrochen wie in Lobberich", sagt er. Eine Erklärung dafür hat er auch nicht: Vielleicht sei es die Nähe zur Autobahn und zur Grenze.

Mit Autos seien Diebe schon in das Schaufenster des Schmuckgeschäftes gerast oder hätten Gullydeckel in die Fensterscheiben geworfen, um an die Auslage zu kommen. Erst in der vergangenen Woche gab es einen erneuten Einbruchsversuch. Mit einem Hammer wollten Unbekannte die Scheibe zertrümmern, doch das Panzerglas hielt stand. Werner Stumm ist über den wiederholten Einbruchsversuch entsetzt - er hat jetzt eine Belohnung ausgesetzt und hofft, dass dies der Polizei helfen wird, die Täter ermitteln zu können.

Bei der Polizei sind indes laut Wolfram Goertz, Sprecher der Kreispolizei in Viersen, für die Lobbericher Fußgängerzone und insbesondere für die Brockerhof-Passage "keine Auffälligkeiten" bekannt. Dies habe auch der örtliche Bezirksbeamte bestätigt. Die Stadt Nettetal verweist zudem auf regelmäßige Kontrollen, die innerhalb der Fußgängerzone stattfinden würden.

Damit ist Helmut Schatten auch zufrieden: "Alle halbe Stunde patrouilliert die Polizei." Doch dies genüge nach seiner Einschätzung nicht, um etwa zerstörte Fensterscheiben oder zertrümmerte Blumenkübel an seinem Hotel zu verhindern.

Die Idee des stellvertretenden Vorsitzenden der Werbegemeinschaft: "Die Fußgängerzone sollte besser mit einem Poller für Autofahrer gesperrt werden." Das würde mehr Ruhe in den Bereich bringen. Und vielleicht könne mit dieser einfachen Lösung ein höheres Sicherheitsempfinden bei Passanten erreicht werden.

Quelle: RP
 
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