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Nettetal
Am Kirchweg droht ein Verkehrschaos

Nettetal: Am Kirchweg droht ein Verkehrschaos
Der Sassenfelder Kirchweg in Lobberich mit Blick auf die Kirche St. Sebastian. Die Straße soll ab Juli ausgebaut werden. FOTO: Busch
Nettetal. Wird der Sassenfelder Kirchweg ausgebaut, droht am Krankenhaus ein Parkplatzmangel. Bei der "Nette Runde" wurde ein Parkhaus gefordert Von Manfred Meis

Anfang Juli sollen die Bagger anrollen und den Sassenfelder Kirchweg vom Kreisel an aufreißen - zunächst nur knapp 100 Meter lang. Dann ist der Haupteingang des Krankenhauses nur noch aus nordwestlicher Richtung erreichbar, ebenso der Parkplatz auf der östlichen Seite zwischen Gärten und DRK-Kindertagesstätte. Der nächste Bauabschnitt ist nur rund 50 Meter lang, um die Liegendanfahrt für Rettungswagen zu garantieren.

Im dritten Bauabschnitt geht es dann bis zur Einmündung der Eduard-Istas-Straße. Die Ablaufplanung, die für die gesamte Straße sechs Abschnitte umfasst, wurde bei der "Nette-Runde" von Bürgermeister Christian Wagner (CDU) im Hotel Stadt Lobberich bekannt und rief Verwunderung hervor. "Warum wissen wir Anwohner das knapp drei Monate vorher noch nicht?" fragte Günter Bertges (Graf-Mirbach-Straße). Weil der Planungsausschuss noch nicht informiert sei und dieser erst noch zustimmen müsse, hörte er vom Bürgermeister.

"Nehmen Sie das Problem ganz ernst", riet Ex-Stadtdirektor Christian Weisbrich seinem Nach-Nachfolger mit Block auf die jüngsten Erfahrungen mit der Niedieckstraße und dem Sassenfeld. Ihm erschien der Vorlauf zwischen Bürgerinformation und Baubeginn zu gering.

Eine umfassende Information der Anlieger hatte zuvor schon Ortsvorsteher Harald Post angemahnt und zugleich die Forderung erhoben, dass sich Stadt und Krankenhaus ernsthafte Gedanken über ein ausreichendes Parkplatzangebot machen sollten. Das Krankenhaus solle prüfen, ob nicht ein Parkhaus errichtet werden könne. "Wir müssen eine Lösung finden, die auch den Parkdruck aus den Nachbarstraßen wegnimmt", sagte er. "So einfach ist das nicht, dann müssen Parkgebühren erhoben werden", warf der Bürgermeister ein, und nicht nur in dem Parkhaus, sondern auch in den Straßen rund um das Krankenhaus. Von Parkgebühren wollen Nettetals Politiker zurzeit aber nichts wissen. Deshalb weiß Post schon jetzt: "Es gibt in jedem Falle Ärger."

Wagner hatte zu Beginn für Lobberich "eine fast schon rasant zu nennende Entwicklung und Veränderung" festgestellt: Abbruch Hertie und (demnächst) des alten Kinos (Astra-Theater) mit nachfolgenden Neubau von Geschäften, Bebauung des Niedieck- und Longlife-Geländes ("Lobberich ist ein attraktiver Wohnstandort auch für Auswärtige geworden"), Neubau und Erweiterung von Kindertagesstätten ("Die Geburtenraten sind stabil, es ziehen Familien mit Kindern zu"). Der Bürgermeister setzte sich ein für den Erhalt der Werner-Jaeger-Halle "mit einem Konzept, das auch in 40 Jahren noch hält", und lobte den Einsatz vieler Frauen und Männer für die Flüchtlinge aus Nahost: "Das war schon toll, wie viele ehrenamtlich in schwierigen Zeiten Verantwortung übernahmen."

Auf dem Niedieck-Gelände entstehen Wohnungen, aber was geschieht mit dem Pierburg-Gelände, wollte Werner Backes wissen? Die Stadt weiß es nicht, musste Wagner zugeben, denn seit dem Auszug des Unternehmens aus den einstigen Rokal-Hallen herrscht Funkstille. Der Bereich gilt weiterhin als Industriegebiet, "und wir sehen keinen Anlass, dort ganz schnell eine neue Baustelle aufzumachen". Froh ist der Bürgermeister darüber, dass sich in den einst vom Armaturenhersteller Hansa genutzten Hallen inzwischen erfolgreich der Textilhersteller "File Fabrics" arbeitet.

So simpel-plakativ wie auf einem Bauschild werde der Neubau des Discounters Netto auf dem Hertie-Gelände nicht aussehen, beruhigte Harald Post die Zuhörer (nur 17 plus fünf Ratsmitglieder). Große Glasflächen und Verklinkerung kennzeichnen den Bau, in den auch der Drogeriemarkt Rossmann einzieht. Ein dritter Mieter muss noch gefunden werden. Die Von-Bocholtz-Straße werde attraktiv gestaltet, auch von einer besseren Fassadengestaltung des "Kino-Neubaues" gegenüber dem VVV-Brunnen wusste Post zu berichten.

"Ist die Illuminierung des Ingenhovenparks nicht rausgeworfenes Geld?" fragte Johannes Bäumges angesichts des "dunklen Gelichters, das sich dort ab 22 Uhr herumtreibt". Ganz im Gegenteil: "Wir wollen Angsträume wegleuchten", meinte Post, damit auch zu später Stunde ein jeder dieses Lobbericher Kleinod genießen könne.

Quelle: RP
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