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Nettetal
Ascotec-Gelände bleibt eine Brache

Nettetal: Ascotec-Gelände bleibt eine Brache
Das Ascotec-Areal zwischen Josef- und Biether Straße im Herzen Breyells wird auch weiterhin leer bleiben. Die Stadt hat sich entschieden, zunächst am Hohlweg ein Wohngebiet zu entwickeln. FOTO: Busch
Nettetal. Zwar zeichnet sich ein Ende des Atomstreits mit Iran ab, aber damit ist noch lange keine Lösung für das in Breyell geplante Stadtquartier gefunden. Das Areal gehört der Ascotec GmbH, die auf der Sanktionsliste steht. Von Ludger Peters

Es zeichnet sich ein Ende des Atomstreits der Weltgemeinschaft mit der Islamischen Republik Iran ab. Dass damit aber in absehbarer Zeit wieder Bewegung in die Pläne des Wohnquartiers auf dem Gelände des einstigen Stahl- und Walzwerks Rötzel kommt, beurteilt Bürgermeister Christian Wagner skeptisch. Die Einschätzung hat nichts mit den Unwägbarkeiten in der Weltpolitik zu tun -- das Verhandlungsergebnis von Wien ist bekanntlich sehr umstritten.

Der jahrelange Stillstand auf dem heute der Firma Ascotec gehörenden Areal hat nicht nur weltpolitische Hintergründe. Allerdings wird der in Düsseldorf ansässigen GmbH vorgeworfen, unmittelbar unter dem Einfluss iranischer Revolutionsgarden zu stehen. Wie dem auch sei, das Unternehmen hatte schon Schwierigkeiten, im Rahmen von Kreditfinanzierung die Entwicklung der Industriebrache in Breyell eigenständig zu entwickeln.

"Ich glaube nicht, dass das Wohnquartier Breyell Priorität hat", meint Wagner. Die Stadt hat das Gelände am Hohlweg für die weitere Siedlungsentwicklung Breyells ausgewiesen. Poteste dagegen, den Ortsrand weiter auszudehnen, konterten Befürworter mit dem Hinweis, dass das Ascotec-Gelände auf Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte nicht verfügbar ist.

"In den kommenden ein bis zwei Jahren wird sich dort keinesfalls etwas bewegen", meint der Bürgermeister. "Wenn wir eine Perspektive sehen, werden wir in kleinerem Rahmen und nur in kleinen Schritten vorgehen". Die Planung der Querspange aus den Jahren um 2000 herum sollte nach seiner Auffassung "auf Null" gesetzt und neu überdacht werden. Die damit verknüpften Hoffnungen auf Einnahmen aus Erschließungskosten ließen sich heute so kaum realisieren. Bekanntlich sollte eine örtliche Umgehungsstraße zur Entlastung des Ortskerns von Breyell vor Bieth auf die andere Bahnseite und im Endausbau bis zur Schaager Straße führen. Davon hat man sich im Rathaus allerdings zumindest vorerst aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen verabschiedet.

Erschwerend kam im vergangenen Jahr dazu, dass im Ascotec-Untergrund eine große Teerlinse entdeckt worden war, die aus industriellen Hinterlassenschaften von vor mehr als 30 Jahren stammt. Zwar war in den 1980er-Jahren schon eine umfangreiche Altlastensanierung erfolgt, aber erst 2005 entdeckten Fachleute exorbitant hohe Belastungen im Grundwasser. Der zuständige Kreis Viersen erreichte, dass Ascotec 220 000 Euro für die Untersuchungen gab und begann mit Bohrungen. Gefunden wurden Teerlinsen, die ins Grundwasser "ausbluten". Freigesetzt werden dabei hochgiftige Stoffe, von denn einige krebserregend sind. Abgeschlossen sind die Untersuchungen nach Angaben des Kreises nicht. Ergebnisse werden für den Herbst erwartet. Die Hoffnung besteht, mit dem Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV), die Sanierung zu verwirklichen.

Auf "Hochtouren" laufen dagegen nach Angaben des Bürgermeisters die Planungen und Vorbereitungen auf der anderen Seite des Bahnhofs Breyell. Im Sommer vergangenen Jahres waren die streckenweise zähen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG erfolgreich abgeschlossen worden. Auch hier war eine Altlast gefunden worden, deren Behandlung die DB übernimmt. Die Stadt erhielt damit den Zugriff auf das einstige Bahngrundstück zur Christian-Rötzel-Allee, verzichtete aber auf die ganz große Lösung. Die hatte vorgesehen, auf beiden Seiten des Bahnkörpers eine Infrastruktur für Busse und Pkw zu schaffen. Es gibt eine modifizierte Lösung für die verfügbare Fläche.

Quelle: RP
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