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Nettetal
Atelier Busch 8 öffnet die Türen wieder für Künstlersymposium

Nettetal. Barbara und Klaus Schmitz-Becker veranstalten am Sonntag bereits das 11. Künstlersymposium in Nettetal. Sieben Künstlerinnen sind zu Gast Von Angela Wilms-Adrians

Noch wachsen und reifen Ideen, noch wird gearbeitet. Doch schon jetzt ist klar: Das 11. Künstlersymposium Atelierprojekt in Nettetal, im Busch 8, bietet erneut fruchtbaren Boden. Sieben Künstlerinnen sind der Einladung der Projetinitiatoren Barbara und Klaus Schmitz-Becker gefolgt, um mit ihnen zehn Tage lang gemeinsam zu wohnen, zu arbeiten und zu leben. Am Sonntag stellen sie die Früchte der diesjährigen Begegnung vor.

Klaus Schmitz-Becker führt in seinem Beitrag die Geschichte eines Objekts fort, das Jahr für Jahr durch den Eingriff wechselnder Künstler eine Metamorphose erfuhr und somit im Wandel mehrere Symposien begleitet hat. Ehefrau Barbara ließ sich von Gartenpflanzen zu filigran abstrahierenden Objekten inspirieren. Die Initiatorin des Projekts freut sich, dass erneut Aufbruchsstimmung herrscht und auch die bereits vor Ort bekannten Kreativen mit neuen Positionen überraschen.

So hat etwa Gaby Baltha mit der Cyanotypie für sich ein neues Medium entdeckt. Die Krefelderin, zum wiederholten Mal zu Gast in Busch 8, setzt das alte fotografische Edeldruckverfahren mit den typisch cyanblauen Farbtönen ein: im freien Spiel mit Licht, Farbe, Motiv und Lösung sowie in Motivkombinationen, die die linearen Strukturen der hiesigen Kulturlandschaft aus der Vogelperspektive reflektieren.

Michaela Schneider-Mestrom betont, keine Künstlerin zu sein und steht für eine erste spartenübergreifende Öffnung des Projekts. Die Nettetalerin entwirft ein Kochbuch, das mit Blick auf das saisonale Angebot vor Ort illustrierte Anleitungen zu "Lieblingsgerichten" bietet. Ergänzend zur Arbeit am Laptop hat sie eine Feldküche im Außenbereich eingerichtet, von der die Mitstreiter bereits jetzt profitieren.

Beinahe wie ein historisches Fenster in monochromen Farben wirkt das "Gurkenfenster" der Wiesbadenerin Veronika Fass. Die feinen, auf ein Sprossenfenster gereihten Gurkenscheiben haben im natürlichen Prozess eine Graunuancierung angenommen. Die Verwertung des Naturprodukts ist charakteristisch für das alltägliche Material, das Fass in Naturskulpturen verwandelt. "Mir geht es um das Prozesshafte, Keimen, Wachsen und auch Vergehen", verrät sie.

Sigrid Neuwinger hingegen verwandelt die gefertigten Fundstücke Blitzableiter, Draht und Plastiktüten in Objekte, die bewegt anmutenden Skulpturen gleichen. Wie ein Bindeglied zwischen beiden Positionen kontrastiert Elisabeth Schink in Malerei und Fotografie zarte Naturformen mit groben Spuren der Zivilisation. Anja Barmeyer-Grunke reflektiert nach Fundstücken aus dem angrenzenden Garten Kreis, Lochmuster und Linienvariationen. Ihre Formensprache entwickelt ein komplexes Gefüge von Symbolen um den Kreis als Sinnbild der Unendlichkeit.

Nanni Wagner wollte mit Linien in feinen Farbflächen auf den tief liegenden Horizont des Niederrheins reagieren, hat aber auch frei fließende Formen bewusst zugelassen. Eine behutsame Steigerung von Bewegung findet sich in den Drucken auf Holz.

Offenes Atelier: Sonntag, 14. August 2016 von 12 bis 17 Uhr in Nettetal, Busch 8. Nach zehn Jahren ist das Projekt zum ersten Mal wieder rein deutschsprachig.

Quelle: RP
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