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Nettetal
Auf diesen Frühling haben alle gewartet

Nettetal: Auf diesen Frühling haben alle gewartet
Zeitweilig ging es sehr eng in der Innenstadt zu. Das Frühlingsfest lockte einige Tausend Besucher nach Kaldenkirchen, wo am Sonntag die Geschäfte geöffnet waren und die Frühkirmes gefeiert wurde. FOTO: Busch
Nettetal. Zwei Tage lang feierte die Werbegemeinschaft "Kaldenkirchen Aktiv" mit Tausenden Besuchern das Frühlingsfest in der Innenstadt. Aussteller und Einzelhandel kamen auf ihre Kosten, die Oldtimer zogen besonders viele Bewunderer an. Von Inge von den Bruck

"Nee, wat is dat hier voll", wunderte sich der ältere Herr aus Bracht, der mit seinen Skatbrüdern einen Fahrradausflug zum Frühlingsfest nach Kaldenkirchen unternommen hatte. Zur Stärkung hielt die fünfköpfige Gruppe zuerst einmal am Grillstand an, der bereits zur Mittagszeit gut besucht war. Der Andrang ließ jedoch nicht nach. Die Besucher strömten unablässig in Scharen in die Fußgängerzone, wo Aussteller ihre Stände aufgebaut hatten, der Einzelhandel Angebote ausbreitete und die Gastronomie lockte.

Im Eiscafé Zalivani gab es längere Wartezeiten, alles drängelte sich, um einen sonnigen Platz in der Außengastronomie zu erhaschen. Auch am Eis-Fenster auf der gegenüberliegenden Seite riss die Menschenschlange nicht ab. Rappelvoll war der "Oldtimer-Platz", wo nicht nur reine Oldtimer-Fans viele historische Autos bestaunten. "So einen hat mein Vater auch mal gefahren", sagte ein 62-Jähriger. Er erinnerte sich gut an den alten silberfarbenen Opel Rekord der Familie. Schon kam er mit anderen Betrachtern ins Gespräch. Jeder hat Erinnerungen an Autos, die er in der Vergangenheit selbst steuerte oder die in der Familie gefahren wurden. So schlug das Herz manches Oldtimer-Liebhabers höher, bei manchen erst recht beim Blick auf alte KK-Kennzeichen.

Überall waren die wärmenden Frühlingstemperaturen das Hauptthema. "Der Herrgott weiß, dass wir hier Frühlingsfest haben", schmunzelte ein Kaldenkirchener, während er Nette-Spargel-Zelt vor seiner Spargelcremesuppe saß. Auch Petra und Wolfgang Neumann kosteten Spargelgerichten, während ihr vierjähriger Sohn Ben einen kleinen Schokoladen-Nikolaus an einem Werbestand entgegennahm. "Den hat der Nikolaus hier vergessen", sagte er freudig.

Immer wieder blieben die Besucher an hübsch dekorierten Motto-Tischen stehen, die Mitglieder des Werberings "Kaldenkirchen Aktiv" fantasievoll in Frühlingsfarben dekoriert waren. Die waren auch für Kurt Obaron ein echter Hingucker. "Da haben sich alle viel Mühe gemacht", sagte er lobend. Von überall her klang Musik in der Innenstadt. "Das Musikprogramm ist hier echt toll", meinte ein 24-jähriger Student, der in der Grenzstadt seit 15 Monaten wohnt. "Meine Freunde aus Münster sind nach Kaldenkirchen gekommen, um mal die tolle Musik zu erleben", sagte er. Kaldenkirchen brauche sich vor großen Studenten-Städten nicht zu verstecken, meint er. Das Rock-Meeting Spring Jam am Quartier Latin war der Anziehungspunkt längst nicht nur junger Leute schlechthin.

Seine Kommilitonen umlagerten indes ihren eigenen "Fontys-Stand", an dem das neueste Produkt vorgestellt wurde. "Gerade für Frauen sehr nützlich", warb ein junger Mann mit der Errungenschaft und führte den "Key-Broker" vor. Auf eine kleine Lego-Platte mit passendem Stein darauf ist der Schlüssel angebracht. Das Lego-Bord kann mit Nägeln oder mit beidseitigem Klebeband befestigt werden. Man steckt den Lego-Stein mit Schlüssel einfach auf. "Er geht nicht verloren - das ist doch etwas für Sie", meinte er schmunzelnd zu einem Stand-Besucher.

Die Skatbrüder aus Bracht waren mittlerweile, gut gestärkt und mit flüssigem Proviant eingedeckt, zur Rückfahrt nach Bracht bereit. Mit einem Eis-Hörnchen auf der Hand, schoben sie ihre Räder zur Straße und traten den Heimweg an. Zum Lichterfest zum Winter wollen sie wiederkommen. "Kaldenkirchen ist echt ein Ausflug wert", waren sich die Kartenbrüder einig. Und deckten sich noch schnell mit einem "Herrenschal" ein.

Quelle: RP
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