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Nettetal
Bald weniger Polizisten in Kaldenkirchen?

Nettetal. Eine Folge der Umstrukturierung sind die Pläne, zwei Polizisten nach Viersen zu versetzen Von Daniela Buschkamp

Zum 1. September sind bei der Kreispolizei Viersen personelle Verschiebungen von kleineren Schwerpunktwachen zu Hauptwachen geplant. Die Wachen in Viersen und Kempen sind solche zentralen Wachen; sie sind rund um die Uhr besetzt; die Mitarbeiter kümmern sich um Gefahrenabwehr und Verfolgung von Straftaten. "Dazu benötigen sie eine bestimmte Anzahl von Kollegen", erklärt Wolfgang Goertz, Sprecher der Kreispolizei Viersen.

Die sollen aus den Schwerpunktwachen in Kaldenkirchen und Willich kommen. Durch die Versetzung "sollen in den Hauptwachen Einsätze weiterhin im 24-Stunden-Rhythmus bearbeitet werden können und die Polizei soll Präsenz zeigen können", so Goertz. Die Entscheidung für die Versetzung von zwei Kollegen aus Kaldenkirchen sei laut Goertz aber noch nicht gefallen. Landrat Andreas Coenen (CDU) wollte zu dem Prozess nicht erneut Stellung beziehen; als Dienstherr der Kreispolizei hatte er ihn angestoßen.

Um die Besetzung der Polizeiwache in Kaldenkirchen gab es immer wieder Wirbel. Im Herbst 2016 hatte Landrat Coenen beantragt, die beiden Einrichtungen in Nettetal und Willich in der Nacht und an Wochenenden zu schließen. NRW-Innenminister Ralf Jäger genehmigte dies.

Umgesetzt worden ist die Neuorganisation aber noch nicht vollständig. So ist die Polizeiwache in Kaldenkirchen in der Nacht immer noch besetzt - obwohl sie eigentlich bereits im Herbst 2016 ab 22 Uhr geschlossen werden sollte. Der Grund liegt nicht in der originären Polizeiarbeit, sondern in der Sicherheit des Gebäudes. "Das Gebäude muss erst baulich verändert werden, damit es auch in den Nachtstunden unbesetzt bleiben kann", erklärt der Polizeisprecher. So lange der Umbau der Wache in Kaldenkirchen nicht erfolgt sei, sei dort in der Nacht noch immer ein Kollege.

Die Erfahrungen mit der neuen Organisation der Kreispolizei sind Wolfgang Goertz zufolge "gut". Auch Anfragen oder Kritik von Bürgern habe es deshalb bei der Kreispolizei nicht gegeben. "Auch nachts sind Streifenwagen in den Bereichen der Wachen Nettetal und Willich präsent", schildert Goertz. Die Einsätze werden zentral über die Einsatzleitstelle in Viersen vergeben. Sie würden einen Einsatz an den nächsten verfügbaren Streifenwagen weiterleiten.

Was die für September geplante Umstrukturierung für die Nettetaler Bürger bedeutet: "Für sie wird sich nichts ändern", meint der Polizeisprecher. In Nettetal werde es - wie gewohnt - einen Schwerpunktdienst geben. Wie viele Polizisten in der Kaldenkrichener Wache arbeiten und wie sich der Abzug von zwei Mitarbeitern dort auswirkt - dazu wollte Wolfgang Goertz keine Angabe machen.

Ein Hintergrund der Umstrukturierung von 2016: Die Polizei Viersen wollte weniger Personal im Nachtdienst einsetzen - dies wurde als wenig effizient angesehen. Denn auch sie leidet unter Personalnot: Polizisten gehen in den Ruhestand, für sie fehlt Ersatz. Wie die Gewerkschaft der Polizei warnt, sei die Kreispolizei in den vergangenen fünf Jahren von 520 auf rund 460 Kräfte gesunken.

Manfred Krüchten,Abteilungsleiter der Polizei Viersen,  hatte damals folgende Zahlen vorgestellt: Um eine Dienststelle sieben Tage die Woche an 365 Tagen im Jahr besetzen zu können, seien 6,5 Planstellen notwendig. Nachts und an den Wochenenden sei das Arbeitsaufkommen in der Kaldenkirchener Wache gering gewesen. "Es gab zu den Zeiten in Nettetal 51 Anzeigen im Jahr. Das ist nicht mal eine Anzeige pro Woche. Das ist nicht effizient", sagte er damals.

Quelle: RP
 
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