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Nettetal
Barbara Zoschke erhält den Nettetaler Literaturpreis

Nettetal: Barbara Zoschke erhält den Nettetaler Literaturpreis
In der Stadtbücherei Nettetal gab's gestern die Preisverleihung des Literaturwettbewerbs der Stadt Nettetal. FOTO: Jörg Knappe
Nettetal. Gestern Abend wurde zum zwölften Mal der Nettetaler Literaturpreis verliehen. Die Zuhörer erlebten ein Finale mit vier Texten und zwei Preisträgerinnen.  Von Angela Wilms-Adrians

690 Seiten Prosa hatte die Jury gelesen, um unter zunächst 138 Bewerbern aus ganz NRW und schließlich vier Finalistinnen die Preisträgerin des Nettetaler Literaturpreises 2017 zu finden. Die Jury mit Marco Jonas Jahn, Fans von Poetry Slam bekannt, Maren Jungclaus vom Literaturbüro in NRW, und Dorian Steinhoff, Düsseldorfer Autor und Literaturvermittler, hat entschieden. Seit gestern Abend steht fest: Der Nettetaler Literaturpreis 2017 gehört Barbara Zoschke. Sie überzeugte die Jury mit dem Text "Bei Arnolds" und erhält den mit 1500 Euro dotierten Preis. Jahn begründete im Namen seiner Mitstreiter die Entscheidung: "Barbara Zoschke nimmt in ihrem Text die Leserinnen und Leser ganz eng an die Hand und entführt uns in ein Wohnzimmer der 1970er-Jahre." Er verwies auf den wunderbar naiven, aber auch grandios atmosphärisch geführten Erzählstil aus der Perspektive eines jungen Mädchens. Gefallen habe die Originalität der Idee, Kinder eine Unterhaltungsshow in der Realität auf eher absurde Weise nachspielen zu lassen, die sich daraus ergebende Auflösung für den gesamten plötzlich doppelbödig werdenden Plot, der gepaart sei mit dem kindlich-ehrlichen Blickwinkel der Protagonistin.

Vor der Entscheidung hielten Büchereileiter Ulrich Schmitter und sein Team die Spannung hoch. Verraten wurde nur der Ablauf der Lesung und das Angebot an das Publikum, in demokratischer Abstimmung einen eigenen Favoriten wählen zu können. Bürgermeister Christian Wagner versprach, dass -anders als bei der Oscar-Verleihung - auf die richtigen Umschläge geachtet werde. Launisch kommentierte er die Tatsache, dass sich von den 77 Männern unter den 138 Bewerbern keiner für die Endrunde hatte qualifizieren können. Das sei sicher zum Verdruss des noch nicht gewählten Gleichstellungsbeauftragten, so Wagner. Er sprach seine Hoffnung aus, dass der Nettetaler Literaturpreis auch weiterhin eine Zukunft habe und damit 2019 zum 13. Mal verliehen werden könnte.

FOTO: Knappe Jörg

Vor der Entscheidung hörten die Besucher die Texte der Finalistinnen. Die Reihenfolge der Lesungen war über das Los entschieden worden. Sarah Meyer-Dietrich las eine intensive Erzählung, die vom traumatischen Erlebnis eines Mädchens erzählt, dessen jüngere Schwester beim Schwimmen ertrank, und von nicht geleisteter Trauerarbeit. Die atmosphärisch eindringliche Darstellung traf offensichtlich den Nerv der Zuhörer und wurde mit dem Publikumspreis von 500 Euro ausgezeichnet. Die Autorinnen Saskia Wolff und Bettina Hesse konnten sich damit trösten, dass sowohl die Jury- als auch die Publikumsentscheidung knapp ausgefallen waren.

Quelle: RP
 
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