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Nettetal
Barrierefreie Wohnungen nachgefragt
Nettetal. Die Baugesellschaft Nettetal baut und plant auf diesem Sektor. Im sozialen Wohnungsbau geht dies allerdings kaum. Von Ludger Peters

Mit dem Bau von barrierefreien Wohnungen hat die Baugesellschaft Nettetal AG vor einigen Jahren Maßstäbe gesetzt. Sie reagierte damit auf eine Tendenz, die sich beschleunigt fortsetzt: Die Suche nach kleineren Wohnungen für unterschiedliche Altersgruppen nimmt zu. Das Tochterunternehmen der Stadt reagiert auf die Nachfrage und baut in nächster Zeit weitere solche Wohnungen.

Darauf wies Aufsichtsratsvorsitzende Marcus Optendrenk die Aktionäre während der Hauptversammlung des Unternehmens im Leuther Birkenhof hin. Anfang November werden die acht neuen Wohnungen zwischen Ludbach-Passage und Fußgängerzone in Lobberich den Mietern übergeben. In Breyell wird wenig später der Spatenstich für 21 Wohnungen "Am Kastell", neben dem Curanum-Pflegezentrum, vollzogen. An der Wevelinghover Straße in Lobberich wird ebenfalls der Bau von Wohnungen in der Größenordnung bis etwa 70 Quadratmeter vorangetrieben. Hier werden Wohnungen sowohl verkauft als auch vermietet.

Optendrenk berichtete, auch der Einstieg in den Bau von Studentenwohnungen in Kaldenkirchen habe sich als richtige Entscheidung erwiesen. "Die Wohnungen sind heiß begehrt", sagt er. Sie sind so gestaltet, dass sie zu einem späteren Zeitpunkt auch einer anderen Klientel als Studenten vermietet werden könnten. Konkret plant die Baugesellschaft auch wieder in Kaldenkirchen Bau barrierefreier Wohnungen. "Es ist ein deutlicher Nachfragedruck im Ort vorhanden", sagte Optendrenk. Man suche konkret geeignete Grundstücke.

Der Aufsichtsratsvorsitzende beklagte, es werde immer schwieriger, öffentlich geförderte Wohnungen zu errichten. Die Mietobergrenze ist für den hiesigen Raum durch den Bauminister des Landes auf 4,85 Euro festgelegt. Frei finanzierte Wohnungen können für 7,50 bis 8,50 Euro errichtet werden – noch. Denn die Quadratmeterpreise in der Ausführung haben sich in den vergangenen zehn Jahren um 25 bis 50 Prozent erhöht. "Wir können kein Bauvorhaben beginnen, bei dem wir selbst bei größter Sparsamkeit schon vorab wissen, dass wir damit niemals Geld verdienen können", erklärte Optendrenk. Weder Aufsichtsrat noch Vorstand wollten Projekte vorschlagen, "bei denen die Gesellschaft sehenden Auges ihr Eigenkapital angreifen muss".

Unabhängig davon gilt für zwei Drittel des Bestandes die sozial bedingte Mietpreisbindung. Obwohl für diese Objekte maximal 4,45 Euro pro Quadratmeter erzielt werden dürfen, werden auch diese Wohnungens schrittweise modernisiert. Im vergangenen Jahr steckte die Baugesellschaft fast eine Million Euro allein da hinein. Die Solidität des Unternehmens und seiner Geschäftsführung lässt sich auch daraus ablesen, dass die Leerstandsquote mit 1,8 Prozent weit unter dem Landesdurchschnitt liegt, auch die Fluktuation bei Mietern ist mit 11,4 Prozent vergleichsweise gering.

Optendrenk berichtete den Aktionären, dass der kaufmännische Vorstand Hans Moors im April kommenden Jahres in den Ruhestand gehen wird. Man sei damit beschäftigt, seine Nachfolge an der Seite von Vorstandssprecherin Susanne Fritzsche vorzubereiten.

Quelle: RP
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