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Nettetal
Bekenntnis für die Werner-Jaeger-Halle

Nettetal: Bekenntnis für die Werner-Jaeger-Halle
Während Bürger in der Mensa des Werner-Jaeger-Gymnasiums diskutierten, fiel häufiger ein Blick auf das Nachbargebäude. Der Zustand der Werner-Jaeger-Halle bereitet der Stadt Nettetal erhebliche Sorgen. FOTO: Busch
Nettetal. Einer Umfrage zum Kulturprogramm und zur Zukunft der Spielstätte antworteten mehr als 630 Bürger. Die weitaus größte Zahl befürwortet den Erhalt des Gebäudes. Dies wurde auch in einer Bürgerversammlung nun deutlich. Von Ludger Peters

Die Werner-Jaeger-Halle sollte erhalten und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Stadt saniert werden. Diese Meinung vertreten weit überwiegend die Bürger, die sich an einer Umfrage der Stadt zum Kulturprogramm und zur Zukunft der Werner-Jaeger-Halle äußerten. Dies war am Montagabend auch die klar vorherrschende Meinung von annähernd Hundert Nettetalern, die sich zu einer Bürgerversammlung in der Mensa des Werner-Jaeger-Gymnasiums einfanden.

Bürgermeister Christian Wagner, die Technische Dezernentin Susanne Fritzsche und Erster Beigeordneter Armin Schönfelder trugen zunächst vor, wie der Gang der Beratungen seit über einem Jahr in den Ausschüssen und Arbeitsgruppen von Politik und Verwaltung verlief. Die Sanierung der Halle wird nach Berechnungen von Fachleuten rund fünf Millionen Euro kosten. Ein vergleichbarer Neubau wird demnach mit etwa sieben Millionen Euro veranschlagt.

Schönfelder schlüsselte anschließend das Ergebnis der Umfrage auf, an der sich 634 Bürger beteiligt hatten. Unter ihnen waren 212 Schüler und/oder Eltern am Gymnasium, denn die Halle ist zugleich die Aula der Schule. Überwältigend sei der Rücklauf nicht gewesen, räumte Schönfelder ein. Das Ergebnis könne aber als repräsentativ für jene Bürger gewertet werden, die die Werner-Jaeger-Halle im Rahmen des Schul- oder Kulturlebens besuchen. Rund 81 Prozent der Befragten betrachten die Werner-Jaeger-Halle als ein Wahrzeichen der Stadt. Noch einige mehr sähen gerne ein flexibleres Innenleben, um unterschiedliche Veranstaltungen zu ermöglichen. Neben dem weiterhin geschätzten Sprechtheater sollten zusätzlich Konzerte mit Rock, Pop und Jazz sowie Filme und weitere Comedy-Veranstaltungen angeboten werden.

In mehreren Arbeitsgruppen diskutierten die Bürger anschließend konkrete Vorschläge. Die Schule sorgt für eine sehr hohe, wenn auch statistisch kaum beachtete Auslastung durch Kinder und Jugendliche. In der städtischen Programmplanung böte sich eine noch stärkere Anlehnung an Unterrichtsstoff an, die möglichst mit umliegenden Schulen abgestimmt werden sollte. Vorgeschlagen wurden auch neben den Abos und dem Besonderen Programm eine Abo-/Programmreihe für jüngere Leute sowie "Clubkonzerte". Sinnvoll sei es, jüngere Bürger unmittelbar an der Programmplanung der Stadt zu beteiligen, um jüngeres Publikum zu gewinnen.

Die Halle soll auf die Zukunft ausgerichtet saniert werden, sagten andere Arbeitsgruppen. Dazu gehöre eine multimediale Technik, kontrovers diskutiert wurden eine größere oder mobilere Bühne und die Auflösung der Stufenanordnung des Zuschauerraums. Klare Ergebnisse kristallisierten sich dazu nicht heraus. Eine Gruppe gab ein deutliches Bekenntnis zur Werner-Jaeger-Hall auch als Ausstellungsraum von Kunstobjekten ab. Sie regte an zu prüfen, ob über eine Eintragung als Denkmal Zuschüsse generiert werden könnten. Vermisst wurde allenthalben eine gastronomische Begleitung von Veranstaltungen. Ein Vorschlag ging dahin, die benachbarte Mensa einzubeziehen.

Eine andere Gruppe lehnt Veranstaltungen mit Event-Charakter ab. Dazu sei die Halle nicht geeignet, dafür gebe es in der Stadt auch andere Möglichkeiten. Sie unterstrich ebenfalls das "Alleinstellungsmerkmal" des Hauses und seiner Architektur für die Stadt. Vor der Sanierung seien Urheberrechtsfragen zu klären, falls tief in die Substanz des Hauses eingegriffen werde.

Eine Gruppe, die Alternativen zur Sanierung beriet, kam zu keinem klaren Ergebnis. Es sei von der Sanierung über den Abriss und Neubau einer Spielstätte alles diskutiert worden. Grundsätzlich kam die Anregung aus der Gruppe, die Programmplanung in Zahl und Inhalt auf eine höhere Auslastung auszurichten. Ende des Jahres will die Politik ihre Entscheidung treffen.

Quelle: RP
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