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Nettetal
Bruderschaft fühlt sich missverstanden

Nettetal: Bruderschaft fühlt sich missverstanden
Der Petershof in Leuth, hier in einer herbstlichen Aufnahme, ist wichtig als Parkplatz und für die Schützen. Aber schön ist er keinesfalls. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Nettetal. Nach erneuten Vorwürfen im Zusammenhang mit den Plänen zur Neugestaltung des Petershofs korrigiert der Vorstand das Bild in der Öffentlichkeit. Er plädiert für eine Kompromisslösung, mit der der Platz verschönert werden kann. Von Ludger Peters

Im Tauziehen um die Gestaltung des Petershofs im Herzen Leuths fühlt sich die St.-Lambertus-Bruderschaft gehörig missverstanden. "Wir sind auch für die Neugestaltung des Platzes und wir blockieren auch keine Lösung. Wir möchten gerne einen Kompromiss, der sowohl die Gestaltung ermöglicht als auch unsere Interessen berücksichtigt", unterstreicht Wilfried Dellen. Der 1. Brudermeister, sein Vertreter Sven Withofs und Chronist Willi Ridder sind sicher, "dass bis auf den VVV alle Vereine im Ort für unsere Haltung Verständnis aufbringen und uns unterstützen".

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein sähe gerne eine durchgehende Baumreihe vor allem an der Westseite des Platzes. Dagegen hat die Bruderschaft im Prinzip nichts. Nur kollidiert sie mit dem Zeltaufbau beim Schützenfest. "Wir hatten vor 25 Jahren noch etwa 70 Mitglieder, inzwischen sind wir auf nahezu 220 angewachsen", sagt Dellen. Damit ist die Größe des Zeltes programmiert. An der Längsseite im Westen wird zusätzlich ein Wirtschaftszelt hinzugefügt - und das geht nur, wenn die Baumreihe unterbrochen wird. "Man müsste auf zwei Bäume verzichten", sagt Sven Withofs.

Dass die Bruderschaft keine andere Lösung für das Wirtschaftszelt anbietet, liegt an der Enge des verfügbaren Platzes. Das mag kurios klingen, wenn man die Weitläufigkeit des sonst öden Petershofs betrachtet. Aber an der Nordseite bildet der Vereinsbaum eine unüberwindliche Grenze. An der Ostseite muss ein Fluchtweg zwischen Zelt und Volksbank geöffnet bleiben. Und nach Süden, zur Dorfstraße, will die Bruderschaft nicht vorrücken, weil dann die Schausteller auf die Straße gedrückt werden.

"Die Bruderschaft sorgt dafür, dass überhaupt Schausteller nach Leuth kommen. Wir finanzieren sie mit, sonst kämen sie gar nicht", berichtet Willi Ridder. Den Leuther Kindern könne man ihre Kirmesbuden nicht vorenthalten. "Das ist auch eine Form der Nachwuchsförderung, mal abgesehen vom Kinderschützenfest, das wir organisieren", sagt Wilfried Dellen. Er erinnert daran, dass 2008 der Versuch gemacht wurde, die Schausteller auf die Dorfstraße zu schieben. "Es war eine Katastrophe. Autofahrer missachteten die Absperrungen, Familien wurden gefährdet - es entstand ein regelrechtes Chaos. Wir wollen das nicht noch einmal erleben", erklärt Dellen.

Die Bruderschaft hofft immer noch, dass ein Kompromissvorschlag, der bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister im Januar beraten wurde, umgesetzt werden kann. Christian Wagner und Bruderschaftspräses Benedikt Schnitzler hatten um den Mut zur Lücke in der Baumreihe gebeten. Die Schützen hatten darauf hingewiesen, dass nicht nur das Wirtschaftszelt, sondern die gesamte Logistik, die heutzutage einen solchen gastronomischen Betrieb erst ermöglicht, an der Ostseite des Platzes untergebracht werden muss.

Vorwürfe wie in der jüngsten Nette-Runde, die Schützen zögen alle drei Jahre einmal auf und blockierten rücksichtslos eine Verschönerung des Platzes, weist der Vorstand entschieden zurück. "Der Platz sollte verschönert werden, am besten beginnt man von der Dorfstraße her auf der Südseite", meint Sven Withofs. Willi Ridder weist auf die enge Verflechtung mit den anderen vereinen hin. Die Bruderschaft unterstützte den Sport, das Pfarrorchester, die Karnevalisten und andere Vereine auch finanziell. "Wir sind keineswegs eigennützig," so Ridder.

Quelle: RP
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