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Nettetal
Cabooter bringt dritten Zug aufs Gleis

Nettetal: Cabooter bringt dritten Zug aufs Gleis
Zufrieden mit dem Ausbau: Investor Hans Cabooter (Mitte), Partner Michael Lückenbach (Contargo, r.) und Bürgermeister Christian Wagner. FOTO: buschkamp
Nettetal. Am Railterminal Kaldenkirchen ist jetzt eine dritte Zugverbindung gestartet. Sie bringt Güter von der Straße auf die Schiene, Ziel ist die Schweiz. Langfristig hat der niederländische Investor Hans Cabooter weitere, große Pläne Von Daniela Buschkamp

Hans Cabooter baut den Umschlagplatz in Kaldenkirchen weiter aus. Gestern nahm der erste Zug in Richtung Schweiz Fahrt auf. Für den niederländischen Investor ist das eine neue Möglichkeit, die es ohne das Railterminal in Kaldenkirchen nicht gegeben hätte. "Wir haben auch Nachfragen für weitere Verbindungen", erklärt Peter Pardoel, Ingenieur beim in Venlo beheimateten Logistiker Cabooter. Mit diesem Ausbau - geplant sind sechs Züge pro Tag - habe Kaldenkirchen wieder einen Platz im Schienennetz erhalten. "Kaldenkirchen wird wieder wahrgenommen", meinte Pardoel. Nettetals Bürgermeister Christian Wagner (CDU) zeigte sich gestern beim Ortstermin "sehr zufrieden" mit dieser Entwicklung.

Möglich wurde die neue Verbindung durch die Zusammenarbeit von Cabooter mit Contargo, einem Tochterunternehmen des Logistikers Rhenus. Den Ablauf erläutert Michael Lückenbach, Direktor von Contargo: "Ein Zug, der aus Basel/Weil am Rhein kommt, wird im Rheinhafen geteilt: Ein Teil geht nach Duisburg, der andere nach Kaldenkirchen." Für Hans Cabooter ist dies ein Beispiel dafür, wie Gütertransport von der Straße auf die Schiene verlegt werden kann.

Im Oktober 2014 hat der niederländische Investor damit begonnen, den brachliegenden, ehemaligen Bahnhof in Kaldenkrichen wieder als Umschlagplatz für Güter herzurichten. Nach eigenen Angaben will er bis zu zehn Millionen Euro in dieses Vorhaben investieren. Das Gelände hat er von der Deutschen Bahn übernommen. Inzwischen sind auch 20.000 Quadratmeter der teils unbefestigten Fläche gepflastert worden. Die übrigen 10.000 Quadratmeter sollen folgen. Ein Teil der früheren Büros von Frans Maas an der Poststraße soll abgerissen werden, der andere Teil soll als Büro umgebaut werden.

Langfristig sei es das Ziel, die Bereiche Logistik und Railterminal auch räumlich voneinander zu trennen. So sollen an der Poststraße ein Parkplatz und eine Drehtür eingerichtet werden, damit sich nur zuständige Personen auf dem Gelände aufhalten können. "Diese Arbeiten sollen bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein", kündigt Hans Cabooter an.

Im Dezember 2016 hatte Cabooter in Kaldenkirchen die erste Verbindung nach Busto-Galleerate/Norditalien gestartet. Inzwischen gibt es eine zweite Verbindung ins italienische Domodossola. Jeweils fünf Züge pro Woche verlassen den Umschlagplatz in Kaldenkirchen. Den Zugverkehr für diese beiden Linien organisiert die Firma CargoBeamer für Cabooter mit einem extra entwickelten Verladesystem: Dabei wird der Trailer eines Lastwagens in eine Wanne gehoben, die dann auf die Schiene gebracht wird.

Hans Cabooter ist mit seinen Ausbauplänen für das Railterminal, das sich auf einer Fläche von 20.000 Quadratmetern befindet, noch nicht am Ende: "Wir befinden uns erst in der ersten Phase", erläutert der Investor. Dafür gebe es auch die notwendigen Genehmigungen.

Doch der Niederländer denkt schon jetzt in größeren Dimensionen. In einer zweiten Stufe will er das Gelände sogar bis zur Autobahn 61 entwickeln - damit wäre der Umschlagplatz größer als das ehemalige BahZKnhofsgelände. "Doch dafür müsste man erst die Genehmigungen einholen", betont Christoph Kamps von der Wirtschaftsförderung der Stadt Nettetal.

Dass der Bedarf an einem Grenz- und Autobahn-nahen Güter-Umschlagplatz wie Kaldenkirchen tatsächlich besteht, das ist für Peter Pardoel unbestritten: "Die Liste an Anfragen ist lang, die Nachfrage nach Kaldenkirchen ist größer als die nach den Niederlanden." Langfristig soll der Umschlagplatz derart stark ausgebaut werden, dass dort fünf unterschiedliche Zuglinien verkehren können. Bisher sind es erst drei.

Quelle: RP
 
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