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Nettetal
Das Brigittenheim im EM-Fieber

Nettetal. Zum Start der Fußball-Europameisterschaft hat einer der Väter dem Familienzentrum Brigittenheim zwei neue Tore gespendet. Die Kinder kicken jetzt wieder wie ihre Vorbilder Von Jannetta Janssen

Der Kindergarten ist im Ausnahmezustand. Die dominanten Farben in den Gruppen sind in den kommenden Wochen definitiv Schwarz, Rot, Gold. Die Kinder im Familienzentrum Brigittenheim tragen stolz Deutschland-Trikots. Und jetzt können sie auch wieder draußen auf dem Kunstrasenplatz Fußball spielen. Das haben die Kleinen Metallbauer Roman Giesen zu verdanken. "Ich bin selbst großer Fußballfan", erklärt der Mitinhaber eines metallverarbeitenden Betriebes in Kaldenkirchen - und Vater eines Sohnes, der im Sommer vom Brigittenheim in die Grundschule wechselt.

Regelmäßig werden Spielplätze von Kindergärten auf Sicherheit und Mängel überprüft. So auch im Familienzentrum: "Die Tore, die wir damals hatten, waren komplett durchgefault", sagt Petra Hauser, Leiterin der Einrichtung. Die 54-Jährige fragte daraufhin bei Roman Giesen nach einem Angebot für zwei neue Tore an. Schließlich ist ein Aufenthalt draußen ohne Fußball und auch Tore für die Kindergartenkinder kaum vorstellbar. "Bei dem Angebot musste ich jedoch schlucken", so Hauser. Denn kurz vorher gab es in der Einrichtung einen Rohrbruch. Die Ersparnisse so gut wie aufgebraucht.

Für Roman Giesen war sofort klar: "Das wird mein Abschiedsgeschenk", entschied der Familienvater. Zusammen mit seinem Arbeitskollegen Dennis Wiedersberg fertigte der Metallbauer daraufhin zwei Fußballtore aus Stahl an. "Natürlich gehörten zum Service auch der Ausbau der alten Tore und der neue Einbau", witzelt der Kaldenkirchener. Die meiste Arbeit machte den Beiden das Entfernen des verfaulten Holzes zu schaffen. "Wir haben dann die neuen Tore in Beton eingelassen, so dass den Kindern nichts passieren kann", so der Mann.

Die Kinder der Wühlmäuse-, Bären-, Käfer- und Hasengruppe können es kaum erwarten, die neuen Tore einzuweihen. Pünktlich zur EM. "Die eintausend Euro hätten wir erst wieder im August aufbringen können", sagt Petra Hauser und freut sich zusammen mit ihren Kolleginnen sehr über die Spende. "Sie ist mir sofort um den Hals gefallen", witzelt Roman Giesen. "Das geht ja auch nicht, dass die Kinder nichts zu pengen haben." Neue Netze hat die Einrichtung bereits bestellt. Solange müssen die Alten für viele Tore herhalten.

Doch es gibt noch etwas, was sich die Kinder wünschen: "Deutschland soll Europameister werden", ruft Marion und alle stimmen dem Fünfjährigen mit lautem Jubel zu. Die Kinder freuen sich darum schon auf das Spiel gegen Polen. "Aber das ist sehr spät, da schlafe ich schon", sagt ein Junge. "Hauptsache viele Tore", erklärt er und lacht.

Die Gruppen sind auf jeden Fall auf den Sieg vorbereitet: An den Türen werden die Ergebnisse aller EM-Spiele festgehalten. Erzieherin Rita Schmitz malt die Hände von Lilli in Schwarz, Rot und Gelb an. "Jetzt auf das Papier drücken", so Rita Schmitz und schon sind Lillis Handabdrücke in Deutschland-Farben zu sehen. Diese werden dann in der Gruppe aufgehangen.

Quelle: RP
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