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Nettetal
Das Krankenhaus zeigt die richtige Desinfektion der Hände

Nettetal: Das Krankenhaus zeigt die richtige Desinfektion der Hände
Beim Tag der Händedesinfektion des städtischen Krankenhauses absolvierten die Mitarbeiter verschiedene Aufgaben. In der "Black Box" konnte sie dann sehen, wie gut sie ihre Hände desinfiziert hatten. FOTO: Busch, Franz-Heinrich sen. (bsen)
Nettetal. Antibiotika resistente Keime werden zunehmend zum Problem. Eine Black Box zeigte die Schwachstellen bei der Händedesinfektion. Von Inge von den Bruck

Der menschliche Körper ist mit einer Vielzahl von Bakterien besiedelt. Viele sind für den Menschen unschädlich und sogar nützlich: Sie schützen vor schädigenden Bakterien. Oder sie helfen im Darm bei der Verdauung. Einige Bakterien sind jedoch gefährliche Feinde. Besonders für bereits geschwächte Menschen können Infektionen durch solche Keime lebensbedrohlich werden. Lange schien es, als habe die Menschheit ein Mittel dagegen gefunden: Antibiotika.

Doch "immer mehr Keime werden unempfindlich gegen diese Mittel - sie werden resistent", sagt Stefan Russmann, Hygienebeauftragter am Nettetaler Krankenhaus. Bundesweit sterben jedes Jahr Tausende Menschen an diesen multiresistenten Keimen, die beim achten Tag der Händedesinfektion des städtischen Krankenhauses im Mittelpunkt standen. Stefan Russmann informierte mit Kollegin Kerstin Abraham und Dr. Carmen Brix, Ärztin für Anästhesie und Hygiene, Besucher, Patienten und Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen über die multiresistenten Erreger (MRE).

"Die Bakterien, die unempfindlich gegenüber der Wirkweise der meisten Antibiotika sind, nehmen weltweit zu", so Stefan Russmann. Sie seien von der "gewöhnlichen" Körperflora lediglich durch eine erweiterte Widerstandsfähigkeit gegenüber gebräuchlichen Antibiotika zu unterscheiden, war auf Schautafeln im Foyer zu lesen. Dies bedeute, dass im Falle von Infektionen die Therapie mitunter erschwert sei. "Wie steht es mit den Hygienemaßnahmen im Krankenhaus", lautete die meist gestellte Frage. Stefan Russmann klärte auf. So haben Multiresistente Bakterien keine anderen "krankmachenden" Eigenschaften als die normale Körperflora. Gesunde Menschen erkranken in der Regel nicht, allein die bloße Besiedelung mit resistenten Bakterien stelle keine Bedrohung dar. Allerdings besteht das Risiko, dass die Bakterien durch Wunden oder unter anderem Venenkatheter oder Ernährungssonden bis in tiefere Gewebeschichten gelangen und Infektionen verursachen.

Während im Krankenhaus strenge Hygienevorgaben dafür Sorge tragen sollen, dass eine Übertragung verhindert wird, geht es im häuslichen Umfeld darum, den mit Bakterien besiedelten Menschen vor Infektionen zu schützen.

Und so kam man auf das Thema Händedesinfektion. Die Übertragung durch direkten Kontakt über die Haut kann ein Problem sein bei der Versorgung von Wunden, Wechsel von Inkontinenzeinlagen, Katheterpflege. Danach sollte "auf ein sorgfältiges Händewaschen geachtet werden", so Stefan Russmann. Davor aber würde eine hygienische Händedesinfektion stehen.

Im Foyer des Krankenhauses konnten Besucher einen Selbsttest durchführen. Die Händedesinfektion, also das Einreiben der Hände mit einem Desinfektionsmittel, um Keime abzutöten, sei dringend erforderlich. Besucher wagten nach einer Händedesinfektion den Blick in die sogenannte "Black Box". Im Schwarzlicht wurden dann alle fleckigen Stellen angezeigt, wo kein oder zu wenig Desinfektionsmittel hingelangt ist. Für viele war dies trotz erfolgte Händedesinfektion äußerst lehrreich.

Quelle: RP
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