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Nettetal
Dem Tierheim fehlen Mitarbeiter

Nettetal: Dem Tierheim fehlen Mitarbeiter
Der Leiter des Matthias-Neelen-Tierheims in Nettetal, Ralf Erdmann, sucht dringend Verstärkung für sein Team. Zahlreiche Hunde, Katzen und Kleintiere müssen täglich versorgt werden. FOTO: Kricke
Nettetal. Das Tierheim des Kreises Viersen in Lobberich ist auf Mitarbeitersuche. Das vierköpfige Team braucht dringend Verstärkung für die Versorgung und Pflege der Tiere Von Bianca Treffer

Tanja Schlüter sieht müde aus, als sie zu ihrer Spätschicht ins Lobbericher Tierheim kommt. Den Grund dafür sieht man in dem Korb, den sie trägt: In einer Transportbox befinden sich zwei jeweils eine Wochen alte Kätzchen. Ihre Mutter hat eine Gebärmutterentzündung und kann den Nachwuchs nicht mehr selber säugen. Für Schlüter heißt das: Die Kleinen müssen jede Stunde gefüttert werden - und das auch nachts.

"Wenn wir solche Fälle haben, wechseln wir uns im Team ab. Aber genau so etwas gehört auch zu unserer Arbeit", sagt Ralf Erdmann. Damit beschreibt der Leiter des Matthias-Neelen-Tierheims in Lobberich das, was dazu gehört, wenn man im Tierheim arbeitet. Ralf Erdmann weiß, wovon er spricht, schließlich ist er seit bereits 21 Jahren dabei. Seine Frau Ingrid lebt diesen Beruf sogar schon seit 30 Jahren. Tanja Schlüter gehört seit über zehn Jahren zum Team und Jessica Marx seit einem knappen Jahr.

Doch diese vier Personen reichen nicht, um die vielfältige Arbeit auf Dauer zu bewältigen. Daher ist das Tierheim auf der Suche nach einem weiteren Mitarbeiter. "Man muss sich darüber im Klaren sein, dass die Arbeit zu 80 Prozent aus Reinigungstätigkeiten besteht", sagt Erdmann. Sauberkeit ist in einem Tierheim das A und O. Es gehört zur Versorgung der Tiere unabdingbar dazu. Füttern, pflegen, kranke Tiere medizinisch versorgen - die Liste der Tätigkeiten ist umfangreich. Der Umgang mit Menschen ist ebenfalls wichtig. Schließlich geht es um Kommunikation, wenn mögliche Interessenten sich für ein Tier interessieren. Dazu kommt noch auch noch die Büroarbeit. Dass ein Bewerber keine Angst vor Tieren haben darf, versteht sich von selbst.

Tiere, das sind im Lobbericher Tierheim vor allem Katzen. Aktuell leben dort 120. Dazu kommen derzeit 22 Hunde und 15 Kleintiere, angefangen von Vögeln über Kaninchen bis hin zu Meerschweinchen. Exoten wie Schafe, Ziegen und Schildkröten gab es allerdings auch schon. Reptilien wurden zwar ebenfalls schon abgegeben, aber "darauf sind wir nicht eingestellt. Wir könnten sie nicht artgerecht unterbringen und daher gehen Schlangen, Echsen, aber auch Spinnen in andere Einrichtungen", sagt Erdmann. Auch das Pferd, das einst als Fundtier auftauchte, blieb nicht im Nettetaler Tierheim.

Nichtsdestoweniger müssen die Mitarbeiter flexibel sein, denn es können immer Notfälle auftauchen, die eine längere Arbeitszeit mit sich bringen. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn es zu einer Zwangsräumung durch das Veterinäramt kommt und auf einen Schlag Tiere gleich zu Dutzenden eingeliefert werden. Die Erstversorgung der Tiere muss gewährleistet sein, und dann müssen alle mitanpacken.

Generell wird in einem Zweischichtsystem gearbeitet. Die Frühschicht geht von 8 bis 14 Uhr, die Spätschicht von 14 bis 19 Uhr. Am Wochenende wollen die Tiere aber ebenfalls versorgt werden: Samstags läuft die Arbeitszeit von 8 bis 17 Uhr, und sonntags sind es in der Regel fünf bis sechs Stunden, die die Mitarbeiter im Wechsel vor Ort sind. Die Erdmanns selber sind immer greifbar, da sie direkt neben dem Tierheim wohnen.

"Eine optimale Voraussetzung für den Beruf wäre eine abgeschlossene Ausbildung als Tierpfleger oder Tierarzthelfer. Dann kann auf bereits Erlerntes zurückgegriffen werden - seien es so banale Dinge, wie das Wissen um das richtige Festhalten eines Tieres bei einer Medikamentengabe", sagt Tierheimleiter Erdmann. Aber man steht auch anderen Bewerbern aufgeschlossen gegenüber. Denn das Wichtigste ist die Liebe zum Tier und Engagement.

Quelle: RP
 
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