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Nettetal
Die Brücke soll tatsächlich fertig werden

Nettetal. Seit März wird wieder an der Überführung in Felderend gearbeitet. Das Unternehmen will bis September fertig werden. Ab Montag wird die Kreuzung Felderend/Fongern wegen der Bauarbeiten bis zum 31. August gesperrt. Von Ludger Peters

Die unendliche Geschichte vom Brückenbau in Felderend/Fongern soll tatsächlich ein Ende finden. Nach Auskunft der Deutschen Bahn AG wird das mit den Arbeiten an der Eisenbahnüberführung betraute Unternehmen im September fertig werden. Vor fast auf den Tag genau vier Jahren hatte die Rheinische Post angekündigt, die DB werde diese Brücke und die in Lötsch sanieren. Innerhalb eines Jahres sollten die Bauwerke komplett abgerissen und durch Neubauten ersetzt sein. Das war ein frommer Wunsch. Bei den Arbeiten gab es unerwartete Verzögerungen, zu allem Überfluss ging das in Felder-end arbeitende Unternehmen auch noch in die Insolvenz. Gut zwei Jahre lang lag die Baustelle da, ohne dass gearbeitet wurde.

Im April 2013 besichtigten die CDU-Abgeordneten Uwe Schummer und Dr. Marcus Optendrenk mit Parteifreunden und Vertretern der Deutschen Bahn AG die Baustellen. Fast andächtig sahen sie den Arbeiten zu. Immerhin 3,2 Millionen Euro verplante die DB für die beiden Brücken, die noch aus der Anfangszeit der vor fast 150 Jahren eröffneten Strecke von Venlo nach Mönchengladbach errichtet worden waren. Die alten Brückenbauwerke wurden abgebaut und durch Behelfsübergänge ersetzt, während die Widerlager auf beiden Seiten neu aufgebaut werden mussten. Widerlager befinden sich zwischen dem Damm und der eigentlichen Brücke. Sie sind an einer Seite fest, an der anderen Seite lose (über Rollen), damit die Brücke sich unter Belastung bewegen kann und die in verschiedene Richtungen drängende Kräfte abgeleitet werden können.

Die Politiker ahnten da noch nicht, dass das Ziel, die Schienenwege zu verbessern, in Breyell nachhaltig ad absurdum geführt wurde. In Felderend und Fongern sorgten Verkehrsbehinderungen - die Brücke war zeitweilig vollständig unpassierbar - für erheblichen Ärger. Vor allem Geschäftsleute klagten vehement über Umsatzeinbußen. Zwar wurde die Brückendurchfahrt schließlich geöffnet, aber das Chaos war perfekt, als die in Felderend arbeitende Firma pleite ging.

Die Deutsche Bahn musste die restlichen Arbeiten neu ausschreiben - für Unternehmen vermutlich ein wenig lukrativer Auftrag. Erst zum Februar 2015 wurde endlich eine Firma mit der Fertigstellung der Bauarbeiten beauftragt. Es standen beim Ausbau nach Auskunft der Bahn noch der Straßenbau, die Herstellung der Rohrrigolen, des Brückengeländers und der Böschungssicherung aus. Die Firma begann tatsächlich Anfang März mit der Ausführung dieser Arbeiten. Sie sollen nun im September abgeschlossen werden.

Wie die Stadt jetzt mitteilt, wird der Kreuzungsbereich Felderend / Fongern von Montag, 13. Juli, bis Montag, 31. August für den Durchgangsverkehr gesperrt. Für den Verkehr wird eine weiträumige Umleitung (U4) ausgeschildert. Eine halbseitige Sperrung der Straße Felder-end ist nach Angaben der Stadt nicht möglich, weil die zu geringe Breite der Straße das schlicht nicht zulässt. Die Halteverbote auf der Schaager Straße, die für die laufende Woche wegen der Bauarbeiten an der Straße zwischen Breyell und Kaldenkirchen eingerichtet wurden, bleiben daher bis Ende August in Kraft.

Ist die Brücke tatsächlich fertig, sind zwei Engstellen in den Straßen beseitigt, die sich zunehmend als Verkehrshindernisse herausgestellt hatten. Die Breite der Durchfahrten wird auf 13 Meter erweitert. Dadurch können unter die Brücken eine zweispurige Fahrbahn, ein Sicherheitsstreifen und auf beiden Seiten ein Fuß- und Radweg geführt werden. Die Stadt wird von der Deutschen Bahn an den Kosten nicht beteiligt. Die neuen Brücken sind so gebaut, dass sie zweigleisig erweitert werden können. Die eingleisige Strecke zwischen Kaldenkirchen und Dülken soll bekanntlich ausgebaut werden.

Als die Bauarbeiten im Juli 2011 angekündigt wurde, sicherte die Verwaltung zu, dass die Beschränkungen im Straßenverkehr so gering wie möglich gehalten werden sollten. Niemand ahnte damals, was kommen würde.

Quelle: RP
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