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Nettetal
Die Fizzli-Puzzlis und der Farbenkönig

Nettetal: Die Fizzli-Puzzlis und der Farbenkönig
Im märchenhaften Blauland sind die blauen Fizzli-Puzzlis zuhause. Sie leben in dauernder Angst vor dem Farbenkönig. Im Schowkoladen bringen Gesamtschüler die Kinderbuch-Geschichte auf die Bühne FOTO: Joachim Burghardt
Nettetal. Das Programm "Showkoladen" der Gesamtschule Nettetal steht diesmal unter dem Motto "Menschen und Kultur". Rund 200 Schülern wirken mit, bieten eine ebenso unterhaltsame wie niveauvolle Show. Für heute Abend gibt's Restkarten. Von Joachim Burghardt

Sie wiegen sich und biegen sich, schmiegen sich und liegen sich in den Armen. Aus vielen blauen Gestalten wird ein Knubbel, ein Knäuel wie ein Ball, ein blauer Ball aus fröhlichen Wesen, alles harmonisch. Doch Unheil droht den niedlichen Fizzli-Puzzlis aus dem Blauland, pantomimisch und tänzerisch dargestellt von den Gesamtschülern des Kurses Darstellen und Gestalten der Stufe sieben. Ihre Darbietung in bunten Tanzsäcken ist einer von vielen Höhepunkten der fulminanten Aufführung "Showkoladen" an diesem Wochenende in der Mensa der Gesamtschule.

"Menschen und Kultur" ist das Motto der Show, das zwei Schüler als Papa und Kind im amüsanten Zwiegespräch dem Publikum locker erläutern: "Kultur ist alles, was der Mensch selbst gestaltet." Mehr als 600 Mitwirkende gestalten viel Kulturelles, es sind Schüler fast aller Jahrgangsstufen. Auf der Bühne, die wie ein breiter Laufsteg bei einer Modenschau quer durch die Mensa führt, bieten sie großes Ballett und kleines Theater, schwungvollen Tanz und meditative Pantomime, Bilderschau und Lichteffekte, Discosound und Balladen.

Schüler in T-Shirts mit der Aufschrift "Technik" huschen durch den dunklen Saal, hinter den Vorhängen hinten lugen Mädchen hervor. Sie kichern aufgeregt vor ihrem Auftritt. Dazu haben sie jedoch keinen Grund, denn nahezu alles gelingt perfekt bei der Generalprobe. Von der Seite winkt Grzegorz Althamer. Er dirigiert die Lichttechnik, gegenüber gibt Galal Marzouk der Schülerband sein Zeichen zum Einsatz. Die beiden Lehrer stehen ihrer Kollegin Kathrin Goller zur Seite, die den Showabend koordiniert; alle drei unterrichten an der Schule Darstellen und Gestalten.

"Wir führen die Showkoladen zum dreizehnten Mal auf, jedes Jahr mit neuem Programm. Das ist schon ein Markenzeichen unserer Schule", sagt Goller. Manches werde in den Kursen Darstellen und Gestalten erarbeitet, etliche Schüler aber opferten auch ihre Freizeit. "Ich bin immer wieder überrascht, wie engagiert die Kinder selbst Ideen einbringen", sagt die Lehrerin erfreut. Neben allem Spaß an der Sache gehe es auch um die Förderung der Kreativität, um die Stärkung von Selbstbewusstsein und Persönlichkeitsentwicklung: "Wer als Schüler einmal vor Publikum auf der Bühne steht, der muss keine Scheu mehr haben vor Prüfungen."

Auffällig ist eines: So unterhaltsam die einzelnen Beiträge der Show sind, so viel Anspruch, Gehalt und Niveau sind dabei. Die Zehntklässler etwa haben sich auf etwas Ernsthaftes verständigt: "Wir führen ein Stück zum Thema Angst auf", erklärt Melanie Rhode. Mitschülerin Theresa Heil ergänzt: "Da müssen wir uns schon konzentrieren, aber wir haben ja auch nachmittags viel geprobt." Dann flüstern die beiden, während auf der Bühne die Generalprobe weiterläuft. Sie grinsen und deuten an, eigentlich müssten sie zum Ausgleich auch mal ein paar Schulstunden frei kriegen.

Unterdessen richten die beiden Moderatoren ihre Headsets: Jan Hendrik Serafin und Gillian Booth aus der Klasse 6d erzählen von Inklusion und Integration. Sie geben sich keck und souverän, kommen wortspielerisch von Spaghetti zum Spagat - und haben so elegant das nächste Stück angekündigt: "Tanz der Spagatwunder".

Dazu gibt's neben Liedern der Band zu den Aufführungen aktuelle Hits wie "Lieblingsmensch" von Namika, aber auch Uralt-Oldies wie "Dizzy" von Tommy Roe. Und viel Weltmusik, denn die Showkoladen-Kulturreise führt von einem Kontinent zum nächsten - bis ins märchenhafte Blauland, in dem die Fizzli-Puzzlis leben und tanzen. Alle ganz in Blau. Bis der Farbenkönig Zauber wirken lässt, ein Bläuling rot wird und ein anderer gelb. Erst Verwirrung, dann Zwietracht im Blauland. Aber natürlich geht alles gut aus, die Fizzli-Puzzlis haben sich am Ende wieder lieb. Und ganz viel Beifall verdient.

Quelle: RP
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