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Nettetal
Die guten Nachbarn im Felderend

Nettetal: Die guten Nachbarn im Felderend
Die Nachbarn im Felderend kränzten im Jahr 1971 für die Goldhochzeit von Helene und Karl Lehnen. FOTO: buschkamp
Nettetal. Vor 45 Jahren wurde die Nachbarschaft von Felderend über Krämerstraße bis zur Lotzstraße gründet. Die Mitglieder feiern zusammen, aber sie tun noch mehr. Sie sind auch im Alltag füreinander da Von Daniela Buschkamp

Monika Wischnewski ist 1966 nach Breyell gezogen. Damals gab es noch keine organisierte Nachbarschaft am Felderend, an der Krämer- und an der Lotzstraße. Heute gehört die 69-Jährige zu den ältesten, die sich für den losen Zusammenschluss einsetzen. "Viele der Gründer leben nicht mehr", sagt Wischnewski. Erst im Jahr 1972 folgte die offizielle Gründung der Nachbarschaft. Am heutigen Samstag wird deren 45-jähriges Bestehen gefeiert.

Diese gute Idee geht auf ein rauschendes Fest vieler Nachbarn in den drei Straßenzügen zurück. "1971 feierten Karl und Helene Lehnen ihre goldene Hochzeit", sagt Frank König (47). Damals hätten die Nachbarn gemeinsam für das Jubelpaar gekränzt und auch zusammen diesen besonderen Tag begangen. Dies sei derart gut gelungen gewesen, dass man noch weitere schöne Stunden miteinander verbringen wollte. In einem dicken Aktenordner hat König das Protokoll der Gründungsversammlung der Nachbarschaft abgeheftet - zusammen mit zahlreichen anderen Dokumenten. Die offizielle Gründungsurkunde trägt das Datum vom 30. März 1972.

Seitdem ist viel geschehen, wie Monika Wischnewski weiß. Die Nachbarschaft habe sich insgesamt verjüngt. Was hier funktionierte, das sei die gegenseitige Unterstützung im Alltag - auch zwischen den unterschiedlichen Generationen. "Man muss natürlich auch mal fragen, wenn man etwas braucht", sagt die Seniorin mit einem Lächeln.

"Das ist es, was unsere Nachbarschaft auszeichnet - und warum sie auch nach so langer Zeit noch funktioniert", sagt Silvia König (47). Dazu kommen die zahlreichen Anlässe, an denen gemeinsam gefeiert wurde: Mal waren es Ehejubiläen, mal wurde für den Schützenkönig und seine Minister gekränzt. Im Rosendrehen macht den Mitgliedern der Nachbarschaft so schnell keiner etwas vor - das beherrschen sie nahezu perfekt.

Die Liste der jährlichen Aktivitäten ist lang. Etwas Besonderes haben sich die Mitglieder der Nachbarschaft vor zwei Jahren zur Adventszeit einfallen lassen - das Aufsternen. "Wir hatten die Idee, die Häuser mit einheitlichen, beleuchteten Holzsternen zu dekorieren", erinnert sich Silvia König. Dafür wurden zunächst Sterne gekauft und danach selbst mit Beleuchtung ausgestattet. In einem geschmückten Wagen wurden die Sterne verstaut, dann ging es damit von Haus zu Haus - und in der Vorweihnachtszeit gab es ein idyllisches Bild. "Wir haben rund 50 Sterne verteilt - an jedem Haus wurde einer montiert. Das war ein einmalig", sagt König. Ob die Fußball-WM 2014, der Tanz in den Mai mit Maikönigin und Maibaum, eine Halloweenparty Sommerfeste mit Stockbrot backen und eine legendäre Verlosung: "Gelegenheiten zum Feiern gab es viele", sagt Marion Scholten. Sehr beliebt sei auch der jährliche Ausflug. "Da machen alle mit, egal, wie alt", sagt Frank König.

Auch das Jahresende wird nochmals gemeinsam begangen - mit einer Rheinischen Kaffeetafel. Dazu gehören Kuchen und Torten, Brotsorten, Aufschnitt und Käse. Heute wird erstmal das Jubiläum festlich begangen. Dazu gibt es verschiedenen Aktivitäten: Rund 60 Mitglieder aus den drei Straßen werden dabei sein. Eine Dia-Show wird an schöne Momente aus 45 Jahren erinnern. Nicht fehlen werden die Goldhochzeitsfotos von Karl und helene Lehnen - von dem Fest, mit dem alles begann.

Quelle: RP
 
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