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Nettetal
Die letzten fünf Stolpersteine

Nettetal. Der Kölner Künstler Gunter Demnig wird heute ab 9 Uhr auf Bitten der Initiative "Stolpersteine für Kaldenkirchen" zum voraussichtlichen letzten Mal im Stadtteil zur Tat schreiten. Er wird fünf Stolpersteine in Erinnerung an jüdische Bürger verlegen, die während der Regierungszeit des Nationalsozialismus deportiert und in Lagern ermordet wurden.

Die ersten Steine werden am Haus Bahnhofstraße 76 gesetzt, vor der früheren Metzgerei Rögels. Hier lebte ursprünglich die Familie Lion, die auch den Stierkopf an der Fassade anbringen ließ. Sie betrieb hier zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine koschere Metzgerei.

Grußworte werden nicht gesprochen, stattdessen wird ein Vertreter der Jüdischen Gemeinde Mönchengladbach das jüdische Totengebet "El male rachamim" sprechen. Schüler der Jahrgangsstufe 13 an der städtischen Gesamtschule werden ihre biografischen Recherchen zu den jüdischen Bürgern vortragen, die hier einst lebten. Unter Anleitung ihrer Lehrerin Julietta Breuer haben Gesamtschüler in den vergangenen Jahren intensiv geforscht.

An der Bahnhofstraße 76 lebten Henriette und Simon Defries. Simon Defries erlitt beim Pogrom am 10. November 1938 so schwere Verletzungen, dass er Anfang 1939 starb. Henriette Defries wurde zunächst im niederländischen Westerbork interniert und 1943 in Auschwitz ermordet. In der Fährstraße 12 lebte im Anbau am Haus der Familie Lion lebte Johanna Sanders, die 1943 ebenfalls in Auschwitz starb. Im Haus Steyler Straße 7, wo schon Stolpersteine liegen, wohnten auch Henriette und Sally Sanders, die 1941 im Ghetto Riga starben.

(lp)
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