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Nettetal
Die Schiefertafel bleibt als Ersatz

Nettetal: Die Schiefertafel bleibt als Ersatz
Chemielehrer Sebastian Kellers und IT-Experte Klemens Traut freuen sich über die hochmoderne technische Ausstattung im Werner-Jaeger-Gymnasium. FOTO: Burghardt
Nettetal. Nach dem Schulzentrum Kaldenkirchen wurde das Werner-Jaeger-Gymnasium mit moderner IT-Infrastruktur ausgestattet, der Chemieraum zudem technisch aufgepeppt. Weitere Schulen werden noch folgen. Von Joachim Burghardt

Giftig und gefährlich: "Experimente mit Brom gibt's nach wie vor im Chemieunterricht", erklärte Sebastian Kellers, lächelte und fügte hinzu: "Aber bei uns nur noch auf Video." Es habe sich eben vieles geändert in den vergangenen Jahren und vor allem verbessert, freute sich der Chemielehrer am Werner-Jaeger-Gymnasium. So wurden die Unterrichtsräume für die naturwissenschaftlichen Fächer mit moderner Technik ausgestattet. Die gesamte Schule erhielt eine Computer-Infrastruktur mit allen Schikanen. Dahinter steckt ein Medienkonzept.

"Um diese Ausstattung dürften uns Kollegen von anderen Schulen in der Region beneiden", war sich Schulleiter Hartmut Esser sicher. Er nannte Beispiele: "Für den Unterricht an unserer Schule haben wir nun ein leistungsfähiges Netzwerk, knapp 70 neue Computer, dazu Dokumentenkameras, Medienkoffer, Tablets und interaktive Tafeln."

Die Aufzählung beeindruckt. Bürgermeister Christian Wagner machte deutlich: "Neben Lesen, Schreiben und Rechnen soll Schülern in Nettetal auch Medienkompetenz vermittelt werden, das hat der Schulausschuss schon vor drei Jahren beschlossen.". Die Zeiten seien vorbei, in denen Schulen mit gespendeten oder ausrangierten Computern arbeiteten: "Unsere Schüler haben ein Anrecht auf bestmögliche Bildung, dazu gehört die neue Technik", meinte Wagner.

Die aber hat ihren Preis: 97.000 Euro kostet die Ausstattung. Das ist nicht die erste Investition der Stadt in moderne Schultechnik: "Das Schulzentrum Kaldenkirchen war das Pilotprojekt, Realschule und Hauptschule erhielten schon 2014 eine neue IT-Infrastruktur", erinnerte Wagner. Dazu müsse jede Schule ein Medienkonzept erarbeiten. Das Werner-Jaeger-Gymnasium legte seins vergangenes Jahr vor, seit den Sommerferien folgten Netzwerkverkabelungen und Einrichtung von Hard- und Software.

Die beste Technik freilich nützt nichts, wenn sie nicht vernünftig genutzt werden kann: "Wir haben viele junge Kollegen, die sich bestens auskennen", sagte Esser. Insgesamt gebe es "fürs gesamte Kollegium ständig Schulungen und Fortbildungen", fügte Klemens Traut hinzu, seit Jahren mit der IT-Technik an der Schule befasst. Er zählte als Vorteil "neue Software für die Unterrichtsfächer" auf. Alles sei bestens gesichert, so dass niemand an der Schule mit Internet und Intranet Missbrauch treiben könne. Verhindert werden durch Sicherheitsmaßnahmen auch Veränderungen an Programmen sowie Schülerstreiche: "Da werden höchstens schon mal aus Jux Buchstaben auf einer Tastatur ausgetauscht oder Mauskabel verknotet, mehr ist nicht drin", schmunzelte Traut.

Die Technik ist Mittel zum Zweck, Unterricht lebensnah und zeitgemäß zu gestalten. Chemielehrer Kellers nannte ein Beispiel: "Mit dem gefährlichen chemischen Element Brom experimentieren wir im Unterricht nicht mehr, aber wir können immerhin ein Experiment auf dem Smartboard zeigen." Die interaktive Tafel (Smartboard) könne als Monitor dienen oder beschrieben werden. Übrigens ist es nicht das einzige Prunkstück im für 60.000 Euro neu ausgestatteten Chemieraum: Über variabel verstellbaren Tischen hängen miteinander verbundene und absenkbare so genannte Satelliten mit Anschlüssen und Steckern für Strom, Gas oder Wasser. Für experimentelle Arbeiten müssen keine Leitungen und Schläuche mehr durch den Raum gezogen werden.

Bei allem Stolz auf die neue Technik freilich wurde das Smartboard "vorsichtshalber", so Esser, über der guten alten Schiefertafel montiert: "Man weiß ja nie, im Notfall kann die Schiefertafel als Ersatz dienen."

Quelle: RP
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