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Nettetal
Die Stadtwerke Nettetal wollen aktiv in der Planung mitwirken

Nettetal: Die Stadtwerke Nettetal wollen aktiv in der Planung mitwirken
Die Stadtwerke Nettetal wollen ihre Fähigkeiten in den Dienst der Stadtentwicklung so früh wie möglich einbringen. FOTO: Franz-Heinrich Busch
Nettetal. Es gibt nur noch wenige Versorgungsunternehmen am Niederrhein, die ausschließlich in kommunaler Hand sind. Die Stadtwerke Nettetal und Kempen sowie die Gemeindewerke Grefrath sind immer noch reine Tochtergesellschaften ihrer jeweiligen Gemeinde. Eine Zeit lang hatte es so ausgesehen, als könnten die kleinen Unternehmen diese Stellung nicht mehr lange behaupten. Vor allem die Liberalisierung auf dem Strom- und Gasmarkt stellte Anforderungen, denen viele sich ohne starken Partner im Boot nicht mehr gewachsen fühlten. Von Ludger Peters

"Das ist vorbei", stellt Norbert Dieling fest. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal GmbH gibt sich aber nicht damit zufrieden. "Ein hundertprozentiges Tochterunternehmen kann seiner Stadt viel mehr Dienste leisten als Strom, Gas und Wasser zu verkaufen und andere Dienstleistungen zu erfüllen."

Kurz vor den Sommerferien deutete Bürgermeister Christian Wagner bereits gegenüber dem Rat an, dass die einzelnen Bausteine des "Konzerns Stadt" noch enger zusammenrücken könnten, um der Stadt zu dienen. Wagner hatte da im Wesentlichen die Stadtwerke und die Baugesellschaft im Blick. Ihnen traut er zu, künftig eine wichtigere Rolle vor allem in der Stadtentwicklung zu übernehmen.

Beide Unternehmen bringen sich da schon beträchtlich ein. Die Baugesellschaft war in Nettetal Vorreiter beim Bau barrierefreier Wohnungen, sie wies Wege, wie alte Bausubstanz neues Leben erhält (Rektoratschule Kaldenkirchen) und sie errichtete Gebäude mit Studentenwohnungen - in einem Fall in enger Abstimmung mit der Fontys Fachhochschule Venlo.

Die Stadtwerke sind nach anfänglichem Zögern längst intensiv in die Gewinnung und den Einsatz von Sonnenergie eingestiegen. Die damit gesammelte Erfahrung ermutigte sie zum Programm "Mein Sonnendach": Die Stadtwerke pachten Dachflächen von Privatleuten und vermieten Solaranlagen an die Hausbesitzer. "Mehr als 200 Anfragen liegen uns vor, davon haben die etwa die Hälfte vertraglich schon festmachen können. Rund zwei Dutzend Solaranlagen sind mittlerweile montiert", berichtet Prokurist Harald Rothen. Die Stadtwerke sind vom eigenen Erfolg fast überrannt worden: "Wir kommen kaum nach, ein bisschen hat uns die Resonanz selbst überrascht."

Das Programm "Mein Sonnendach" haben die Stadtwerke erfolgreich nach Brüggen "exportiert". Dort ist auch die Nett-Com, der Zusammenschluss der Stadtwerke Nettetal und des niederländischen IT-Dienstleisters Systemec, bei der Breitbandverkabelung aktiv. In Nettetal werden Gewerbegebiete an das schnelle Netz angeschlossen, zurzeit am Herrenpfad-Süd.

Am Klimaschutzkonzept der Stadt Nettetal haben die Stadtwerke ebenfalls aktiv mitgearbeitet. "Mein Sonnendach" und schnelles Internet sind Teile dieses Gesamtpakets, das Dieling gerne erweitern möchte. "Ich bin überzeugt, dass wir uns auch in der Stadtentwicklung engagieren sollten. Wenn wir früh genug mit am Tisch sitzen, noch ehe der erste Strich für die Planung gemacht wird, wird sich das auszahlen", sagt der Geschäftsführer.

Jüngste Daten über die Bevölkerungsentwicklung bereiten auch ihm Sorge. "Nettetal darf sich nicht damit abfinden, bis 2030 deutlich weniger als 40 000 Einwohner zu haben. Dazu müssen wir Konzepte und Strategien entwickeln, die Menschen von außerhalb anziehen. Nettetal muss sie davon überzeugen, dass sie hier sehr gut leben und arbeiten können", meint Dieling.

Er stellt sich vor, dass die Stadtwerke bereits in der Entwicklung neuer Wohngebiete mit ihren Fähigkeiten eingebunden werden. Konzepte zur Energieeinsparung und zum sinnvollen Einsatz von Energie sollten Teil der Stadtentwicklung werden. "Ich halte nichts von punktuellen Projekten auf Initiative Einzelner. Man kann von vornherein für ein Gebiet ein ganzes Paket schnüren", meint Dieling. Mit Harald Rothen ist er sich einig darin, dass Nachhaltigkeit einen größeren Stellenwert erhalten muss.

Quelle: RP
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