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Nettetal
Ein Spar-Etat mit vielen Bauvorhaben

Nettetal: Ein Spar-Etat mit vielen Bauvorhaben
Für die Sanierung der Werner-Jaeger-Halle waren rund 6,5 Millionen Euro eingeplant. Die Stadt erhält aber 2,3 Millionen Euro Bundesförderung. FOTO: F.H. busch
Nettetal. Mit 2,5 Millionen Euro fällt das Defizit im Haushalt 2018 geringer aus als im Vorjahr. Die Stadt investiert viel in Kultur, Bildung, Sport und neue Rathaus-Mitarbeiter. Das große Ziel ist der strukturelle Ausgleich im Jahr 2020 Von Daniela Buschkamp

"Die Zahlen sind nicht sehr aufregend, aber der Etat 2018 ist auch kein Sparhaushalt, bei dem wir auf wesentliche Dinge verzichtet haben", so charakterisierte Kämmerer Norbert Müller gestern den Haushalt, den er in den Stadtrat einbrachte. Bürgermeister Christian Wagner (CDU) stellt bei einer Pressekonferenz zwei Aspekte heraus - die Weiterentwicklung der Stadt und den Planausgleich im Jahr 2020: "Es bleibt kein Spielraum für neue, kostenintensive Maßnahmen. Das heißt, dass die wichtigen, insbesondere in den kommenden Jahren die Infrastruktur betreffenden Projekte weitergeführt werden, darüber hinausgehende Wünsche aber nicht finanzierbar sind."

Wofür will Nettetal Geld ausgeben? Für unterschiedliche Bauvorhaben, die das Gesicht der Stadt verändern werden. So sind das Rathaus und die gemieteten Büros in Lobberich zu eng geworden. Geplant ist ein neuer Verwaltungstrakt. Bis 2020 soll die Sanierung der Werner-Jaeger-Halle (Kosten: rund 6,5 Millionen Euro; zudem gibt es eine Förderung über rund 2,3 Millionen Euro) abgeschlossen sein.

Die Stadt setzt auf Neubürger wie Birgit Hermann und Dietmar Hüting in Leuth. Baugebiete in Schaag oder Breyell werden dafür ausgewiesen. FOTO: Meis

Was ist für Familien geplant? Bis August 2018 soll die neue Kindertagesstätte an der Mühlenbachaue in Breyell fertig sein. Ebenso wie beim Rathaus soll Nachhaltigkeit (Cradle-to-cradlePrinzip) bei der Ausführung berücksichtigt werden.

Was gibt es für Sportler? Für das Lehrschwimmbecken in Breyell prüft die Verwaltung eine Sanierung und einen Neubau (Kosten: bis zu vier Millionen Euro).

Um Familien eine gute Infrastruktur zu bieten, sind neue Kitas in (für 2018) und Kaldenkirchen (voraussichtlich für 2019) geplant. RP-Archiv: F.H.Busch FOTO: Breyell

Wo kann gespart werden? Kämmerer Norbert Müller will den Kauf von Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen, die alle für das Haushaltsjahr 2018 angesetzt sind, entzerren. So könnten der Kauf eines Rettungswagens (155.000 Euro), eines Notarztwagens (88.000 Euro) und von Tanklöschfahrzeugen für Lobberich und Kaldenkirchen (je 415.000 Euro) verteilt werden.

Was ändert sich? Die Stadt gibt 19 Prozent mehr für Personal aus. Neue Stellen müssen etwa wegen des Unterhaltsvorschussgesetzes geschaffen werden. Bisher gab es nur Leistungen bis zum zwölften Lebensjahr, in Zukunft bis zum 18. Lebensjahr.

Venete will die Stadt mit einem neuen Konzept selbst vermarkten. Allerdings will Bürgermeister Wagner dies erst 2018 angehen FOTO: buschkamp

Welches Problem muss gelöst werden? Nettetal hat im Kreis Viersen mit 3500 Euro eine hohe durchschnittliche Pro-Kopf-Verschuldung.

Was sind die besten Nachrichten? Das Haushaltsdefizit beträgt 2,5 Millionen - und damit 300.000 Euro weniger als im Etat 2017. Für 2019 rechnet Kämmerer Müller nur noch mit einem Minus von 800.000 Euro, für 2020 sogar mit einem Plus von 1,7 Millionen Euro. Die Gewerbesteuer soll nicht angetastet werden. Durch die 2017 erhöhte Grundsteuer B rechnet der Kämmerer mit höheren Einnahmen von 500.000 Euro.

Quelle: RP
 
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