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Nettetal
Einen Tag der offenen Tür wird es nicht mehr geben

Nettetal. Vor fast genau einem Jahr gab die Portigon AG bekannt, dass sie Schloss Krickenbeck an die französische Châteauform' verkaufen werde. Portigon ist die Rechtsnachfolgerin der Westdeutschen Landesbank (WestLB). Châteauform' bietet Seminarkonzepte vor allem für internationale Unternehmen an und betreibt derzeit 46 solcher Zentren in Schlössern, Klöstern und Herrenhäusern, darunter 29 in Frankreich. In Deutschland zählen dazu Schloss Ahrenthal in der Nähe von Bonn und Schloss Löwenstein bei Frankfurt.

Schloss Krickenbeck diente in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem als Schulungszentrum für die frühere WestLB und die NRW-Sparkassen. Dazu war das nach einem verheerenden Brand 1903/04 neu errichtete Gebäude umgebaut und durch Nebengebäude erweitert worden. Bis zum Zweiten Weltkrieg wohnte die Familie des Grafen Schaesberg hier. Von 1947 bis 1969 diente es als Altenheim, verfiel aber zusehends und stand schließlich leer. Die WestLB entschied 1986, das zwischen vier Seen liegende Schloss zu sanieren und in eine Akademie umzuwandeln. Es diente zeitweilig auch nationalen und internationalen Konferenzen. Im Zuge der Finanzkrise ab 2008 verlor das Schloss diese Bedeutung, zumal die WestLB bis Ende 2016 abgewickelt werden muss - das ist der Auftrag der Portigon AG. Ab 2011 führte die Haufe Akademie das Schloss als Tagungs- und Hotelbetrieb fort - bis zum Verkauf vor einem Jahr. Seit dem 1. Mai 2015 gehört Krickenbeck zur französischen Châteauform'. Es ist das von der Kapazität her mit 160 Betten größte Schloss der Gruppe. Das niederländisch-französische Ehepaar Karen und Benoit Desetres eröffnete in Nettetal bereits sein viertes Haus für Châteauform'. Tage der offenen Tür wird es nicht mehr geben, bis auf die Schlosshofkonzerte und standesamtliche Trauungen bleibt die Öffentlichkeit außen vor.

(lp)
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