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Nettetal
Einigen Leuthern stinkt es gewaltig

Nettetal: Einigen Leuthern stinkt es gewaltig
Nachbarn des Fisch- und Anglerfutterherstellers Coppens sind unzufrieden. Es sei laut, vor allem aber gebe es erhebliche Geruchsbelästigungen klagen sie. Coppens will Filter einbauen, hat aber Genehmigungsschwierigkeiten. FOTO: Busch
Nettetal. Der Fisch- und Angelfutter-Produzent Coppens will die Fabrik am Dellerweg mit einer neuen Biofilter-Anlage aufrüsten und Emissionen radikal senken. In Leuth wächst die Ungeduld, weil die Gerüche als sehr störend empfunden werden. Von Joachim Burghardt

Die Luft über Leuth ist sicher einigermaßen rein, aber nicht geruchslos. Dafür sorgt am Dellerweg Fischfutter-Hersteller Coppens. Von Plänen, durch eine neue Biofilteranlage und einen höheren Kamin Emissionen radikal zu reduzieren, berichteten Vertreter der niederländischen Firma jetzt in einer Bürgeranhörung. Dabei hagelte es harsche Kritik von Bürgern - zunächst an Coppens, dann am Kreis Viersen.

Die Nase voll hatte Michael Wefers. Er forderte von den Coppens-Mitarbeitern: "Sie versprechen schon lange Verbesserungen, jetzt tun Sie endlich was!" Er war nicht der einzige Leuther im mit rund 50 Interessierten und Beteiligten voll besetzten Klassenzimmer, der über massive Geruchsbelästigung klagte. Coppens-Nachbarin Gerda Fileborn ergänzte: "Es kommt auch Fett aus dem Schornstein, auf meinen Fenstern liegt ein schmieriger Film!" Dabei ging es an diesem Abend ursprünglich um Pläne, wie alles besser werden soll.

Eingeladen hatte Coppens, und Nettetals Wirtschaftsförderer Dietmar Sagel moderierte die Diskussion: "Wir als Stadt verstehen uns als Brücke zwischen Bürgern und Unternehmen." In einem Genehmigungsverfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz sei eine Bürgeranhörung Pflicht, das Unternehmen habe diesen Schritt lobenswerterweise sehr früh vollzogen.

Die Pläne des Unternehmens erläuterte Chemie-Ingenieur Manfred Kreutzer vom Kempener Büro für Umweltengineering SaReEn, das mit der Genehmigungsplanung beauftragt ist: "Beantragt werden eine neue Biofilteranlage und die Erhöhung des Kamins von 30 auf 35 Meter, so dass kaum noch oder gar nicht Gerüche durch die Abluft bei der Produktion von Fischfutter wahrnehmbar sind."

Länger schon wollte Coppens das Vorhaben umsetzen, doch die komplizierte Gesetzeslage habe dazu geführt, dass der Kreis Viersen als Genehmigungsbehörde die Pläne unter Hinweis auf andere Paragrafen überraschend nicht bewilligt habe. Das führte zu Frust bei Coppens und SaReEn: "Wir hätten in die Tischkante beißen können!"

Kreutzer erinnerte daran, dass seit über 50 Jahren Leuth ein Standort für Tierfutter-Produktion sei. Nach etlichen Übernahmen und Firmenwechseln kaufte Coppens schließlich 2012 das Werk. Trotz Ausbau und Modernisierung gelang es zum Unmut der Leuther nicht, Belästigungen durch Geruch, Staub und Lärm einzudämmen; laut Kreutzer waren die von Coppens übernommenen Anlagen nicht mehr auf der Höhe der Zeit: "Aber selbst wenn Sie im Interesse der Umwelt und der Menschen die Technik verbessern wollen, müssen Sie ein Genehmigungsverfahren anstrengen. Es kann bis zu einem Jahr dauern, bis Sie umbauen dürfen."

Anno Galema, Managing Direktor bei Coppens, sagte zu, schon jetzt alles zu versuchen, die Belästigungen zu reduzieren. Er lud die benachbarten Bürger zu einer Betriebsbesichtigung am nächsten Wochenende ein. Sein Unternehmen setze darauf, dass die beantragten Verbesserungen diesmal flott bewilligt würden. Ein Bürger rief unter Beifall: "Dann müssen wir eben alle mal im Kreishaus antanzen, damit die da diesmal in die Gänge kommen!"

Um Sachlichkeit bat Sagel, alle Aussagen würden protokolliert und der Genehmigungsbehörde übergeben: "Sehen wir diese Versammlung als Appell an alle Beteiligten, natürlich auch an den Kreis Viersen, das Genehmigungsverfahren zügig umzusetzen." Darauf baut auch Wefers, "damit man endlich wieder vernünftig im Dorf leben kann!"

Quelle: RP
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