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Nettetal
Einwände der Nachbarn scheitern am Baurecht

Nettetal. Auf dem früheren Gelände des Autohauses Hölter soll ein Haus mit acht Wohnungen gebaut werden

Detlev Jansen hat es nicht schwarz auf weiß, aber er erinnert sich noch ganz genau: "Wir durften 1999 nicht höher bauen", sagt er mit großer Bestimmtheit. Der IT-Fachmann hätte auf die zwei Geschosse des Hauses Bleichstraße 59 gern noch einen Drempel von 1,20 Meter Höhe gesetzt, um den Dachraum auszunutzen. Doch das Bauamt der Stadt lehnte ab - mündlich im Vorgespräch. Auch in den Akten beim Architekten Gustav Windeck (Brüggen-Born) fand sich kein Hinweis mehr, nur die Baugenehmigung. "Wir müssen uns in unser Schicksal fügen", sagt und zieht einen Schlussstrich unter einen rund anderthalb Jahre währenden Kampf gegen die 1. Änderung des Bebauungsplanes "Östlich Niedieckplatz".

Er betrifft das frühere Gelände des Autohauses Hölter, das hier zeitweise einen Gebrauchtwarenhandel betrieb (Breyeller Straße 70-74), nachdem eine Autoreparaturwerkstatt mit Tankstelle dort geschlossen hatte. Der Gebrauchtwarenhandel wurde später aus hinzu erworbenen Flächen am Hölter-Stammhaus Breyeller Straße/Johann-Cleven-Straße verlegt; hier entstanden nun mit Front Breyeller Straße zwei Achtfamilienhäuser. Die nötigen Autostellplätze wurden auf dem zur Bleichstraße hin offenen Gelände eingerichtet, das schon Jahrzehnte vorher mit zum Teil teerhaltigem Bauschutt aus der Breyeller Straße aufgefüllt und mit einer Asphaltdecke abgedichtet worden war. 1993 ergab eine Bodenuntersuchung eine erhebliche Belastung mit Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen.

Die Sanierung der Altlast will Axel Clemens, geschäftsführender Gesellschafter des mittlerweile nur noch in Dülken ansässigen Autohauses, nun mit dem Bau eines Hauses mit acht Wohnungen an der Bleichstraße verbinden. Gegen dieses Kompakthaus in einer Einfamilienhausumgebung liefen die Nachbarn Sturm. Doch sie erreichten lediglich, dass die maximale Gebäudehöhe um einen auf zwölf Meter herabgesetzt wurde. "Wir hätten ja auch so hoch bauen können, ist uns gesagt worden", kommentiert Detlev Jansen und schüttelt angesichts seiner eigenen Erfahrungen den Kopf. Die Verwaltung formuliert vorsichtiger und schreibt, dass die mögliche Gebäudehöhe von Jansen "allerdings nicht ausgenutzt worden ist".

Der Befürchtung eines Anliegers an der nördlichen Seite der Bleichstraße, durch den Neubau nur noch im Schatten zu wohnen und "kein Sonnenlicht mehr zu erhalten", begegnet die Verwaltung mit dem Hinweis. "Einen Anspruch auf gänzlich unverschattete Bauplätze kennt das Baurecht nicht." Die Bebauungsplanänderung wurde vom Ausschuss für Stadtplanung einstimmig genehmigt und vom Stadtrat als Satzung beschlossen.

(mm)
 
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