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Nettetal
Erneut wilden Müll im Wald entdeckt

Nettetal: Erneut wilden Müll im Wald entdeckt
Mitten in einem Waldstück zwischen Kaldenkirchen und Breyell türmen sich Abfallsäcke, drumherum liegen Bauschutt, zerbrochene Steine und Gerümpel. FOTO: jobu
Nettetal. Die Stadt hat immer wieder mit Fällen von illegal abgelagerten Abfällen zu tun. Werden die Umweltsünder nicht festgestellt und zur Kasse gebeten, wirken sich die Kosten der Entsorgung auf die Abfallgebühren für alle Bürger aus Von Joachim Burghardt

Von wegen Idylle: Mitten auf einer Lichtung in einem schönen Waldstück zwischen Kaldenkirchen und Breyell lagert ein riesiger Haufen Müll, das Licht der Abendsonne schimmert durch die Bäume, spiegelt sich auf Abfallsäcken aus Plastik, drumherum liegen Bauschutt, zerbrochene Steine und Gerümpel. Ein seltener Fall von Umweltskandal? "Leider nein, mit Fällen von illegal abgelagertem Müll haben wir immer wieder zu tun", erklärt Silke Lange von der Stadtverwaltung Nettetal. Die Entsorgung verursache hohe Kosten, die "letztlich alle Bürger mittragen müssen", betont sie.

Dachpappe und Kanister aus Kunststoff, Getränkedosen und Kleidungsstücke - was da sonst noch auf und zwischen den Steinen im Wald nahe den Bahngleisen entsorgt wurde, ist auf den ersten Blick nicht zu erkennen. "Genau das ist oft das Problem, dass wir nicht wissen, was für eine Art Müll da liegt", sagt Lange, die im Fachbereich Steuern und Abgaben im Rathaus für die Abfallentsorgung zuständig ist. In den Plastiksäcken könnten gefährliche Stoffe sein, schnelles Handeln sei geboten, um zu verhindern, dass möglicherweise irgendetwas Giftiges ins Erdreich sickere. Wer aber wie wann handelt, das müsse jeweils von Fall zu Fall geregelt werden.

"Der Außendienst sichtet die Stelle, dann müssen wir feststellen, ob der Müll auf städtischem oder privatem Grundstück liegt", sagt Lange. Gerade im Bereich der neuen Fundstelle auf der Lichtung gebe es mehrere Waldparzellen im Privatbesitz. Gehört das Grundstück der Stadt, kann der Bauhof sofort handeln und den Müll abholen. Andernfalls sei der Eigentümer zuständig, könne aber auch die Entsorgung dem Bauhof übertragen.

Und was passiert dann mit dem Müll? "Wenn möglich, zunächst einmal untersuchen, was wie und wo entsorgt wird", schildert Lange das Vorgehen. Manchmal müsse wilder Müll aus Sicherheitsgründen gleich zur Deponie nach Süchteln gebracht werden, ansonsten werde er auf dem Gelände des Bauhofs zwischengelagert: "Wir hoffen, dass sich in den Abfällen Hinweise oder Rückschlüsse auf den Verursacher finden lassen." Der müsse dann nicht nur die Kosten für Entsorgung und etwaige Schäden tragen, sondern auch ein ordentliches Bußgeld zahlen. Fündig indes werde man "leider nur selten".

Sichtung vor Ort, Feststellen des Grundstückeigentümers, Abholung, Untersuchung und Entsorgung des Mülls - am Prozess sind mitunter mehrere städtische Abteilungen beteiligt. Was jede Menge Verwaltungsaufwand kostet - und Geld, wie Lange erläutert: "Alles, was wir nicht von potenziellen Verursachern erstattet bekommen, schlägt sich bei den Abfallentsorgungskosten nieder." Die Folge: "Letztlich wirken sich diese Kosten auf die Höhe der Gebühren für die Abfallentsorgung aus, die die Bürger bezahlen müssen." Wer illegal Müll entsorge, schädige also nicht nur die Umwelt, sondern auch seine Mitbürger.

Nicht zuletzt mindert wilder Müll auch den hohen Freizeitwert in Nettetals Natur. Das musste eine Radfahrerin erleben, die auf ihrer Tour eine Pause einlegte, Lerchen und Hasen auf den Feldern nahe den Bahngleisen beobachtete - und dann vom Radweg aus die illegale Mülldeponie in dem Waldstück entdeckte. Die junge Frau war empört: "Eine Schande, ein Umweltskandal sondergleichen, wer macht denn sowas?" Zumindest in diesem Waldstück ist es vorläufig vorbei mit der Idylle.

Quelle: RP
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