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Nettetal
Fast vergessen: Kapelle des Friedens am Schwanenhaus

Nettetal. Sie war ein Zeichen der Versöhnung nach dem Krieg

Vor rund 60 Jahren, am Sonntag, 2. Dezember 1956, trotzten hunderte Gläubige einem Wolkenbruch aus Hagel und Sturm, sie waren zur Einweihung des Kapellchens am Gelände von "Maria Helferin" am Schwanenhaus in Leuth gekommen. Seit Öffnung des Autobahnüberganges 1971 ist die Friedenskapelle ins Abseits geraten. Das Dagblad voor Nord Limburg berichtete jetzt, dass die Kapelle bis zur Eröffnung der Straße Wetterschutz für die deutschen Grenzschützer war. Die Kapelle hatte nie eine große Anziehung für Gläubige. Schwanenhaus galt nicht als attraktives Umfeld, denn dort sollen nur Schmuggler und Zöllner gewohnt haben. Heute kümmert sich die Nachbarschaft um Sauberkeit und um ausreichend Kerzen.

Drei Tage dauerten damals die Vorbereitungen auf die Einweihung: "Dir seien empfohlen die Gefallenen und Vermissten der Pfarrgemeinde Leuth." 25 Namen von Leuthern, die im Ersten Weltkrieg umkamen, 34 Gefallene und 24 Vermisste des Zweiten Weltkrieges sind aufgeführt. Nach dem zerstörerischen Weltenbrand wollten die Menschen auf beiden Seiten der Grenze ein Zeichen setzen. Die Grenze sollte in Frieden überwunden werden. Diese Symbolik findet sich in der Kapelle wieder. Die Statue steht auf den Wappen von Leuth und Venlo (limburgischer Löwe).

Der Leuther Pastor Paul Schrievers begrüßte damals den Bischof von Roermond, der Kapelle und Madonnenbild segnete. Unter den Ehrengästen war der Abt der Trappistenabtei in Tegelen, von de Laar, Dechant Peter Werth (Lobberich), Pfarrer des Dekanates, Mitglieder des Kirchenvorstandes und des Gemeinderates mit Bürgermeister Franz Nelissen (1899-1994).

Das Marienbildnis stammt aus heimischen Grundstoffen vom jungen Hubert Hendriks aus Tegelen, der in der Trappistenabtei eine Werkstatt hatte. Die Rheinische Post hatte am 28. September 1954 nach einem Besuch des Künstlers berichtet: In seinem Atelier stand ein Entwurf für die Madonna des neuen Friedenskapellchens. Die Madonna selbst stehe auf der Weltkugel, unter ihrem Mantel berge sie die beiden Kirchtürme St. Lambertus in Leuth und St. Martinus in Venlo

(hws)
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