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Nettetal
Flüchtlinge in Nettetal: Die Stadt stößt an Grenzen

Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können
Fotos: Wo Flüchtlinge wohnen können FOTO: dpa, rwe jai
Nettetal. Zurzeit leben im Stadtgebiet von Nettetal etwa 660 geflüchtete Menschen, die um Asyl bitten. Etwa 200 wohnen zeitlich begrenzt in der früheren Hauptschule in Lobberich, 468 sind sogenannte Regelzuweisungen, die die Stadt selbst unterbringen und betreuen muss.

Für die Hauptschule hat Nettetal inzwischen die Diakonie als Betreuungsverband gewonnen. Wöchentlich kommen 20 bis 30 weitere Menschen durch Regelzuweisungen hinzu. Ende kommender Woche dürften dann mehr 700 Asylsuchende in der Stadt sein. Die Möglichkeiten, sie unterzubringen, seien aber nun erschöpft, warnt Bürgermeister Christian Wagner.

Im Hauptausschuss des Rates kündigte er ein "ausführliches Schreiben" der Bürgermeister im Kreis Viersen an Landrat Dr. Andreas Coenen an. Darin wollten er und die Kollegen ihre gemeinsame Sorge formulieren, dass die Unterbringung, Betreuung und auch Integration von Flüchtlingen gefährdet ist, wenn die Zuweisungen so anhalten.

Noch offen ist nach Wagners Angabe, ob zum 1. Dezember die angekündigten 350 Flüchtlinge im Sport- und Erlebnisdorf des Landessportbundes in Hinsbeck eintreffen werden. Sie sollen dort bis Ende Februar bleiben und dem Kontingent der Stadt angerechnet werden. Bisher hat die Bezirksregierung aber keinen Betreuungsverband gefunden. Sollten die Flüchtlinge nicht zugewiesen werden, können sie nicht angerechnet werden. Folglich käme es zu weiteren Regelzuweisungen.

Der Bürgermeister dankte noch einmal allen ehrenamtlichen Kräften für die Unterstützung - "auch auf die Gefahr hin, dass ich mich da wiederhole. Aber ohne dieses Engagement wäre meine Verwaltung allein nicht in der Lage, die auftretenden Aufgaben auch nur im Ansatz zu erfüllen". Wagner unterstrich, er bewundere die klare Struktur und vor allem die anhaltende Hilfsbereitschaft aller, die sich in der Flüchtlingshilfe betätigen.

(lp)
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