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Nettetal
Flüchtlinge wurden aufs Glatteis geführt

Nettetal. Ein den weitaus meisten vollkommen unbekanntes Vergnügen erlebten unlängst 29 Flüchtlinge, die in Nettetal leben, als sie in Begleitung von 20 Einheimischen und vier Betreuungskräften ins Eisstadion nach Grefrath fuhren. Sie wurden aufs Eis geführt und machten damit unterschiedliche Erfahrungen.

"Eis kannte ich vorher nur auf den Bergen", berichtet Ali, der aus Afghanistan stammt. Auch wenn am Anfang nicht alles gelang, waren alle mit Eifer beschäftigt, sich auf Schlittschuhen zu bewegen. Besonders die jüngeren Teilnehmer fanden sich meist schnell zurecht. Aber auch die Älteren wollten nicht zurückstehen - allerdings lagen sie zu Beginn mehr auf der glatten und eisigen Fläche, als dass sie standen oder gar fuhren. Besonders schwer hatten es zwei schlanken Jungen aus Eritrea, ihr jeweiliger Allerwertester dürfte noch Tage später blau gewesen sein. Aber auch sie hatten, wie alle anderen, großen Spaß mit der rutschigen Angelegenheit unter ihren Füßen. Der zu den älteren Teilnehmern zählende Ahora aus Iran hatte sich anfangs nur mühsam auf den Beinen halten können. Immer wieder kehrte er zurück zu seiner kleinen Familie und meinte schließlich lachend: "Im nächsten Jahr bin ich bei Olympia..." - und saß schon wieder unfreiwillig auf dem Allerwertesten. Doch im Laufe des Tages wurde auch er standfester. Es war eine bunte, fröhliche Schar, die einmal für einige Stunden ihre Probleme vergessen konnte.

Wie Streetworkerin Marie-Luise Hellekamps berichtete, wird auch für das kommende Jahr Geld für solche Integrations-Projekte in Aussicht gestellt. Dann sollen verstärkt spezielle Aktionen nur für Mädchen und junge Frauen entwickelt und umgesetzt werden. Beteiligt sind außerdem die Jugendzentren Oase und Arche. Zur Finanzierung hatte der Katholische Gemeindeverband Nettetal (KGV) Mittel vom Bistum Aachen für zehn Projekte erhalten.

(heko)
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