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Nettetal
Freundschaft ohne Grenzen

Nettetal: Freundschaft ohne Grenzen
FOTO: Bongartz
Nettetal. Seit 17 Jahren sind die Nettetalerin Karolin Bongartz und die Engländerin Eloise Featherstone enge Freundinnen. Kennengelernt haben sich die beiden Frauen damals beim Schüleraustausch Von Lena Meyer

Bereits seit 45 Jahren ist das Werner-Jaeger-Gymnasium in Nettetal mit der King's School in Peterborough durch einen jährlichen Schüleraustausch verbunden. Während des Aufenthalts lernen die Jugendlichen das jeweilige Land, aber auch die Gastgeber selbst näher kennen. Viele Freundschaften sind im Laufe der Jahre entstanden - so auch zwischen den damaligen Schülerinnen Eloise Featherstone und Karolin Bongartz.

"Ich habe 1999 das erste Mal an dem Austausch teilgenommen", erzählt Bongartz, die inzwischen selbst Lehrerin an der Nettetaler Schule ist. Sie sei sehr herzlich von Eloise, deren Nachname damals noch Parr war, und deren Familie aufgenommen worden. "Wir haben uns aufgrund unseres gemeinsamen Interesses für klassische Musik sehr gut verstanden", erzählt die heute 32-Jährige. Die Brieffreundschaft der beiden Mädchen habe bis heute gehalten und sich beständig vertieft: "Ellie - so nenne ich Eloise - und ich haben uns regelmäßig geschrieben und zu besonderen Anlässen Geschenke geschickt, um miteinander in Kontakt zu bleiben."

Eloise Featherstone (jeweils links) und Karolin Bongartz lernten sich 1999 beim Schüleraustausch kennen. Seit dem verbindet sie eine enge Freundschaft. Beim Jubiläumsbesuch 2001 (links) nahmen beide teil. Heute verbringen die beiden auch oftmals ihre Urlaube zusammen (rechts, 2016). FOTO: bongartz

Neben den gegenseitigen Besuchen während der Schüleraustausche verbrachten die Freundinnen bald auch die Ferien miteinander. "Dadurch lernte ich das Land und die Menschen kennen. Wir haben gemeinsam viele Sehenswürdigkeiten besucht, davon profitiert bis heute der Austausch, da wir eine Reihe dieser Orte bereits mit den Schülern gesehen haben", sagt die gebürtige Breyellerin, die sich nach wie vor bei den Austauschen engagiert. Ihre Studienwahl sei ebenfalls von ihren Erfahrungen im Ausland beeinflusst worden. "Ellies Großvater war Lehrer, ihre Mutter war Lateinlehrerin. Die beiden haben mir während meines Studiums in Köln auf sprachlicher Ebene geholfen und wertvolle Einblicke in die Gestaltung englischer Vorlesungen gegeben."

Während der Studienzeit verbrachten die beiden Frauen ebenfalls viel Zeit miteinander und waren bei gemeinsamen Unternehmungen fester Bestandteil der jeweiligen Freundeskreise. "Ellie hat in Manchester studiert, während ihres Studiums habe ich sie auch dort besucht. Dort habe ich das erste Mal ein richtiges indisches Curry gegessen, was seitdem zu jedem Englandlandbesuch ein fester Programmpunkt ist", erzählt Bongartz.

Die englischen Gegenbesuche wussten aber ähnlichen Lokalkolorit zu vermitteln: "In Köln kam Ellie mit dem hiesigen Karneval in Berührung, den sie sichtlich toll fand. Aber auch andere Feiertage haben es ihr angetan, sie liebt zum Beispiel die deutschen Weihnachtsmärkte, Reibekuchen und Christbaumschmuck."

Durch berufliche Umstände ergaben sich später auch längere Treffen außerhalb der jeweiligen Heimat. "Ellie hatte zeitweise in Deutschland zu tun und dann haben wir zum Beispiel einmal ein Wochenende in München verbracht und gemeinsam Dirndl für das Oktoberfest gekauft", erinnert sich Bongartz. Die Freundschaft der früheren Schülerinnen hat sich inzwischen auch auf ihre Partner ausgeweitet. "Sie haben dann bei den gegenseitigen Besuchen das Ruhrpottderby und das Lokalderby zwischen Peterborough und Leicester gemeinsam im Stadion verfolgt", sagt die 32-Jährige.

Regelmäßige Besuche stehen nach wie vor fest im Kalender der beiden Frauen. "Die gegenseitigen Einladungen zu unseren Hochzeiten konnten wir leider nicht wahrnehmen, aber es ist geplant, im kommenden Jahr Ellie und ihren Nachwuchs zu besuchen und gemeinsam in Devon, der Heimat von Ellies Mutter, Urlaub zu machen", sagt Bongartz.

Mittlerweile sei die Kommunikation wesentlich leichter dank moderner Medien. "So halten wir uns mittlerweile mehr als die Hälfte unseres Lebens über berufliche und private Entwicklungen, Hausbau und -kauf und leider auch familiäre Schicksalsschläge auf dem Laufenden", sagt Karolin Bongartz.

Quelle: RP
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