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Nettetal
Gast aus Japan ist das Schäferhund-Model

Nettetal. Zum 60-jährigen Bestehen richtete der Schäferhundverein eine international besuchte Prüfung aus. Von Inge von den Bruck

"Beautiful", "Belissimo", "Bonito", "Sehr schön" - auf dem Gelände des Schäferhundvereins Kaldenkirchen-Leuth herrschte ein babylonisches Stimmengewirr. Von den britischen Inseln, aus Skandinavien, dem Baltikum, anderen europäischen Staaten und sogar aus Japan und Malaysia waren Züchter mit ihren vierbeinigen Freuden angereist. Schön waren die Hunde alle, doch welcher stand am Ende des Tages als "Schäferhundmodel auf dem obersten Treppchen?

Die schönste Schäferhündin kommt aus Japan. Ihre schöne Rückenlinie, der gute Stand und der kräftige, ausgreifend runde Gang bestachen. Punkten konnten die vorgeführten Tiere außerdem mit einer schönen Maske, dunklen Augen und guter Haarverfassung. Zur Bewertung rückten Hundeführer die Hinterbeine der gemeldeten 120 Schäferhunde zurecht, die Hündin aus Japan nahm ein letztes Mal eine Pose ein. Was tut Hund nicht alles, um "Schäferhund Topmodell" zu sein.

Die Schäferhund-Ortsgruppe Kaldenkirchen-Leuth hatte internationales Publikum zum 60-jährigen Bestehen eingeladen. Doch beginnt die Geschichte bereits drei Jahrzehnte früher. Denn schon 1925 trafen sich Halter von Schäferhunden in Kaldenkirchen, die sich in der Gruppe intensiv mit ihren Hunden beschäftigten. Schäferhunde gelten als die besten Gebrauchshunde der Welt. Sie sind Sport- und Familienhund, werden bei Rettungseinsätzen herangezogen, sie dienen behinderten Menschen als Begleiter, sie beschützen und vor allem sie hüten andere Tiere - ihre ursprüngliche Bestimmung. Eingesetzt werden Schäferhunde von Polizei, Militär und Rettungsorganisationen.

Offiziell ins Leben gerufen wurde eine Ortsgruppe in Kaldenkirchen aber erst 1954. Damit verbunden war eine wahre Odyssee bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz. Zeitweise übten die Schäferhundfreunde auf dem einstigen Bolzplatz an der Buschstraße und auf einem Gelände an der Kölner Straße. Der Verein zog 1975 in den Grenzwald. Sein 60-jähriges Bestehen feierte der Schäferhundverein jetzt auf dem Gelände in Leuth, Am Brand 3b. Hier sind die Hundefreunde seit vielen Jahren mittlerweile zuhause.

Wie gastfreundlich die Ortsgruppe ist, erfuhr ein italienischer Züchter. Nach 1500 Kilometern Fahrt durfte er im Zelt auf dem Gelände die Nacht verbringen. Weil den 20 Mitgliedern der Ortsgruppe die Vorbereitungszeit neben der Arbeit auch Spaß gemacht hat, richtet der Verein im kommenden Jahr erneut eine Schau aus. Sie ist festgelegt auf den Sonntag nach Fronleichnam. Dann kann die japanische Schäferhündin ihren Titel verteidigen. Es gilt schon jetzt "ganbatte kudasai" (viel Glück).

Quelle: RP
 
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