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Nettetal
Geld aus Berlin für Werner-Jaeger-Halle?

Nettetal: Geld aus Berlin für Werner-Jaeger-Halle?
Es deutet sich eine Mehrheit an, die die Werner-Jaeger-Halle sanieren will - das wünschen sich die Bürger, die sich an der Befragung durch die Stadt beteiligten. Entschieden wird darüber aber erst später. FOTO: Busch
Nettetal. Ein kurzfristig vom Bund aufgelegtes Programm mit einem Volumen von 100 Millionen Euro lockt mit 45 Prozent Förderung bei der Sanierung von Einrichtungen des Sports, der Jugend und der Kultur. Von Ludger Peters

"Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Lichtlein her." Zitiert hat das Sprichwort in der Ratssitzung zwar niemand, aber ein bisschen wehte die Hoffnung dieses Satzes durch den Saal, als die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche ein Förderprogramm des Bundes vorstellte. 45 Prozent zur "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" zahlt Berlin. In der Not des Augenblicks denkt man in Nettetal sofort an die marode Werner-Jaeger-Halle.

Euphorisch war zwar niemand in der Runde, aber die große Mehrheit der Ratsmitglieder kann sich mit der Idee anfreunden, mit dem Geld die Kulturstätte zu sanieren. Bis zu fünf Millionen Euro wird dies kosten. In zweiter Linie hat der Rat außerdem beschlossen, die Sanierung und Modernisierung der Leichtathletikanlagen des TSV Kaldenkirchen und des SC Rhenania Hinsbeck anzumelden. Vergeblich sperrte sich die WIN-Fraktion dagegen. Ihr Vorschlag, vorrangig das Breyeller Lehrschwimmbecken anzumelden, verpuffte wirkungslos.

Viel Zeit bleibt der Verwaltung nun nicht. Das Programm läuft seit dem 5. Oktober, und die erläuternden Unterlagen wurden erst Mitte Oktober herausgegeben. Die Stadt muss jetzt eine Projektskizze einreichen und dann hoffen, in die Liste der förderwürdigen Maßnahmen aufgenommen zu werden. Erst dann kann die Stadt Fördermittel beantragen, verbunden mit der Konsequenz, das Projekt auch umzusetzen. "Die Werner-Jaeger-Halle genießt absoluten Vorrang. Wir haben uns entschlossen, das Ding auf die Schiene zu setzen", erklärte die SPD-Fraktionsvorsitzende Renate Dyck. Eher skeptisch beurteilt sie dagegen die Förderung der Sportanlagen. Grundsätzlich müsse die Stadt ja den 55-prozentigen Eigenanteil an den Sanierungen aufbringen. Bei der Werner-Jaeger-Halle stehe die Stadt ganz allein da, sie müsse die Sanierung allein stemmen. Das Förderprogramm sei daher eine fast einmalige Chance, die Kosten für den Haushalt zu senken. Bei den Sportanlagen würden jedoch Eigenanteile der Vereine als Komplementärmittel angerechnet. Das senke im Endeffekt den Förderbetrag des Bundes. "Wir sollten im Sport die Hoffnung nicht ins Kraut schießen lassen", warnte sie.

Allerdings dämpfte Ingo Heymann die Aufbruchstimmung zur Werner-Jaeger-Halle. Er erinnerte daran, dass politisch bisher kein Beschluss gefasst worden sei. Es gebe zwar eine Grundstimmung für die Sanierung. Aber in seiner Fraktion bestehe zurzeit keineswegs Einigkeit. Das berichtete Guido Gahlings auch für die Fraktion der Grünen. Die Fraktion unterstützt zwar die Projektskizze für die Werner-Jaeger-Halle, dagegen lehnte sie die Aufnahme der Sportanlagen ab. Gahlings sprach von einer "Förderfalle" durch die Eigenmittel der Vereine, die angerechnet werden müssten. "Es besteht die Gefahr einer Luftnummer beim Buchen der Fördermittel", sagte er.

Die Sanierung der Werner-Jaeger-Halle bezeichnete WIN-Fraktionschef Hajo Siemes als "Größenwahn". Seine Fraktion lehne die "Luxussanierung durch die Hintertür" ab. Es müsse reichen, das Dach zu reparieren. Dafür werde man wohl einen geeigneten Handwerker finden. Auch die Förderung der Leichtathletikanlagen trage WIN nicht mit. "Wir haben ein auf 20 Jahre ausgelegtes Förderprogramm mit den Vereinen ausgearbeitet. Sie alle haben sich für Kunstrasenplätze ausgesprochen. Die städtischen Mittel sind erschöpft. Wir lehnen eine Sportförderung durch die Hintertür mit städtischen Mitteln, die es nicht gibt, ab."

Ob die Werner-Jaeger-Halle saniert wird, entscheidet der Rat, unabhängig von der Projektskizze, erst demnächst.

Quelle: RP
 
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